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Neckermann.de meldet Insolvenz an – Die Heuschrecke zieht weiter

Gehofft, gebangt, gekämpft und nun doch verloren, so müssen sich die Beschäftigten bei Neckermann.de derzeit fühlen. Die fast schon in greifbare Nähe gerückte Sanierung ist an dem Investor Sun-Capital gescheitert. Dieser will entgegen zunächst getätigter Zusagen kein weiteres Kapital mehr für den Versandhändler zur Verfügung stellen. Deshalb sei ein Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt unvermeidlich heißt es.

Noch im Aprill wollte Sun Capital den Umbau „begleiten“

Im April hieß es noch, dass Sun Capital den dringend notwendigen Umbau des Unternehmens „begleiten wolle“. Nun rückt Sun Capital von der gegebenen Zusage ab und behauptet, dass eine Restrukturierung zu hohe Investitionen gefordert hätte. Neckermann litt seit Langem unter dem Einbruch des traditionellen Kataloghandels.

Bereits auf einvernehmliche Lösung geeinigt

Erst Ende April verkündete das Unternehmen den kompletten Rückzug aus dem Kataloghandel. Mehrere Wochen rang die Unternehmensspitze mit der Gewerkschaft um Abfindungen für Mitarbeiter, die im Rahmen des Unternehmensumbaus ihren Job verlieren sollten. Erst am Mittwoch einigten sich beide Verhandlungspartner auf eine einvernehmliche Lösung. Nun behauptet Sun Capital indes, dass das ausgehandelte Ergebnis nicht tragfähig sei.

Sun Capital: Heuschrecke ohne Skrupel

Noch im April wollte Sun Capital 25 Millionen in Neckermann.de investieren. Sun Capital gilt als sogenannte Heuschrecke der Finanzwelt. Darunter verstehen Experten Investoren, die einem Unternehmen solange zuträglich sind, wie es schwarze Zahlen schreibt. Fällt ein Unternehmen in die roten Zahlen, verlässt die „Finanz-Heuschrecke“ das Betätigungsfeld und zieht weiter, ohne Rücksicht auf die Konseqenzen für Mitarbeiter und betroffenes Unternehmen.



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