Konjunktur

Neckermann: Die böse Fratze der Marktwirtschaft

Der einstige Versandhauskönig Neckermann will rund 1400 seiner 2000 Stellen streichen. Damit verlieren drei von vier Neckermann-Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Das Versandhaus will an seinem Stammsitz massiv Arbeitsplätze streichen und damit auf die Zeichen der Zeit reagieren.

Weil der klassische Versandhauskatalog ausgemustert wird, soll dies zugleich für die entsprechenden Mitarbeiter gleichsam gelten.

Logistikzentrum wird komplett geschlossen

So fallen im Bereich der Verwaltung 550 Arbeitsplätze weg. Im Logistikzentrum verlieren dem Vernehmen nach alle 870 beschäftigte ihre Beschäftigung. Neckermann selbst wird zukünftig nur noch den Namen als Online-Plattform zur Verfügung stellen.

Vorstandschef Henning Koopmann will derweil auch zukünftig profitabel wirtschaften. Noch im Jahr 2011 stellte Neckermann neue Mitarbeiter ein. Neckermann machte nach anfänglicher Rückkehr in die Gewinnzone im letzten Jahr wieder Verluste.

Kündigung kam völlig überraschend

Die Mitarbeiter erhielten die Nachricht über die Stellenstreichungen völlig unvorbereitet. Viele der Beschäftigten gehörten 20 Jahre und länger dem Betrieb an. Gerade für ältere Beschäftigte sei es schwer, eine neue Arbeit zu finden.

Neckermann unterbreitete seinen 1400 zukünftig entlassenen Mitarbeitern bislang auch kein Abfindungsangebot. Dafür sei laut Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angeblich kein Geld da. Es scheint, dass sich bei Neckermann wieder einmal die böse Fratze der freien Marktwirtschaft zeigt.

Besitzt Neckermann-Vorstand keine Moral?

Ob der Neckermann-Vorstand angesichts der unvorbereiteten Entlassung von 1400 Arbeitsplätzen morgens noch in den Spiegel sehen kann? Dies kann wohl nur das einzelne Vorstandsmitglied für sich selbst entscheiden. Einerseits gilt es den Betrieb in die Gewinnzone zu bringen, andererseits gilt auch eine Fürsorgepflicht für die Arbeitnehmer. Diese scheint zumindest bei Neckermann unterlaufen worden zu sein. Bis auf die FDP scheint auch keine im Bundestag vertretene Partei die Haltung der Neckermann-Spitze nachvollziehen zu können.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.