Gesundheit

Neue Diagnostik? Fliegen riechen Krebs

Krebs ist eine der gefürchtetsten Krankheiten. Die Medizin macht jedoch zunehmend Fortschritte. Immer noch besteht die Hoffnung, dass Krebs eines Tages heilbar ist.

Nun haben Wissenschaftler der Universitäten Konstanz und Rom eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die künftig eine bessere Krebsdiagnose ermöglichen könnte.

Fruchtfliegen verfügen über spezielle Riechzellen. Dadurch sind sie in der Lage, Krebszellen beim Menschen zu riechen.

Fruchtfliegen unterscheiden zwischen gesunden und kranken Zellen

Eine Forschergruppe hat zusammen mit dem Neurobiologen und Zoologen Prof. Dr. Giovanni Galizia in einem internationalen Kooperationsprojekt nachweisen können, dass Fruchtfliegen über ihre Riechzellen zwischen gesunden und Krebszellen unterscheiden können.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler der Universität Konstanz und der Universität La Sapienza in Rom wurden im internationalen Wirtschaftsmagazin ‚Scientific Report‘ veröffentlicht.

Tephritidae & Drosophiladae

Bei Fruchtfliegen muss zwischen zwei Gattungen unterschieden werden. Zwischen der Tephritidae, auch bekannt als Bohrfliege und der Drosophiladae, die auch als Taufliege oder Obst- oder Essigfliege bekannt ist.

Die Drosophiladae ist laut den Forschungsergebnissen durch ihre speziellen Duftrezeptoren dazu in der Lage, zwischen gesunden und Krebszellen zu unterscheiden. Darüber hinaus ist es dem Fluginsekt möglich, einzuordnen, um welche Krebsart es sich handelt.

Genetisch veränderte Fruchtfliegen führen zum richtigen Ergebnis

Das Ergebnis der Forscher ist sensationell. Da nicht nur verschiedene Laborergebnisse zu diesen bahnbrechenden Forschungsergebnissen führten, sondern außerdem sensible und natürliche Lebewesen. Künstliche Nasen oder Gaskromatographie hätten nicht zu diesem Ergebnis führen können, erklärte Giovanni Galizia. In den Antennen der Insekten befinden sich Rezeptorneuronen, die einzelne Duftmoleküle binden können und dadurch Neuronen aktivieren.

Im Rahmen der Forschung wurden fünf Brustkrebszelllinien im Vergleich zu gesunden Zellen ausgewertet. Bei den Fruchtfliegen der Gattung Drosophiladae führte dies zu unterschiedlichen Mustern bei der Neuronen-Aktivität. Die Forscher entwickelten ein Verfahren, dass die Neuronenaktivität der Fruchtfliegn, die durch die unterschiedlichen Duftmoleküle stattfindet, sichtbar macht.

Für diesen Zweck dienten genetisch veränderte Fruchtfliegen. Bei entsprechender Neuronenaktivität fluoreszierten die Insekten, was unter einem Mikroskop deutlich sichtbar wurde.

Fruchtfliegen als Basis für die Krebsdiagnose

Dr. Alja Lüdke, eine Mitarbeiterin der Forschergruppe und Wissenschaftlerin an der Universität Konstanz freute sich über den Forschungserfolg und erklärte, das die Drosophila nicht nur in der Lage seien zwischen kranken und gesunden Zellen zu differenzieren. Die sensiblen Antennen der Fruchtfliegen könnten sogar zwischen verschieden Arten von Brustkrebs unterscheiden.

Giovanni Galizia ist sich sicher, dass anhand der Forschungsergebnisse neue Möglichkeiten für die Krebsdiagnose zur Verfügung stehen. Die natürlichen Duftrezeptoren der Tierchen seien besonders sensibel. Dadurch wären künftig schnellere Testergebnisse bei der Krebsdiagnose möglich. Gleichzeitig erlauben die Fruchtfliegen ein sehr kostengünstiges, schnelles und hocheffizientes Pre-Screening.

Dem fügte Galizia noch hinzu, dass die Drosophila Krebszellen vermutlich bereits lange Zeit, bevor bilddiagnostische Verfahren, sie erkennen können, erkennen. Krebserkrankungen können dadurch, bevor sie weiter voranschreiten behandelt werden. Die Heilungschancen könnten somit zusätzlich steigen.

Hunde riechen verschiedene Krebsarten

Insbesondere wenn es um Krankheiten geht, sind Tiere und Insekten erheblich sensibler als Menschen. Nicht nur Fruchtfliegen können Krebszellen riechen, sondern auch Hunde. Verschiedene Studien konnten bereits belegen, dass Hunde diverse Krebserkrankungen wie zum Beispiel Haut-, Darm- und Brustkrebs erschnüffeln können.

Der Atem, Urin und Stuhl riecht für Hunde bei Menschen mit Krebserkrankung anders, als bei gesunden Menschen. Hunde haben einen derart ausgeprägten Geruchssinn, dass sie sogar Lungenkrebs frühzeitig erkennen können, wie verschiedene Studien aus Deutschland und Österreich in der Vergangenheit zeigten.



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