Versicherung & Vorsorge

Neue Studie belegt: Milliardenschaden bei der privaten Altersvorsorge

Eine neue Studie im Auftrag der Grünen belegt, dass bei der privaten Altersvorsorge durch mangelnde Beratung und nicht nachvollziehbare Produkte die Verbraucher um Milliardenbeträge gebracht werden.

Durch die am Donnerstag von Bündnis 90/Die GRÜNEN vorgestellten Studie des Finanzwirtschaftsexperten Andreas Oehler gibt es demnach bei bestimmten Sparmodellen zur privaten Altersvorsorge ein Schaden, der sich auf über 50 Milliarden Euro summiert. Insbesondere der graue Kapitalmarkt verursacht demnach für die Kunden einen jährlich zu beziffern Schaden in Höhe von 30 Milliarden Euro.

GDV weist Studie als unzutreffend zurück

Der graue Kapitalmarkt steht nur unter geringer bzw. keiner staatlichen Kontrolle. Über dieses Kapitalmarktsegment werden unter anderem Beteiligungen an Immobilienfonds vertrieben. Durch derartige Vertriebsmodelle sollen unter anderem Altersvorsorgemodelle angepriesen worden sein. Der Branchenverband GDV wies für den Bereich der Versicherungen die in der Studie dargestellten Zahlen als nicht zutreffend zurück.

Lange Vertragslaufzeiten als Problem

Der Bamberger Finanzwissenschaftler Professor Oehler gab indes in der Studie an, dass insbesondere durch mangelnde Beratungsqualität und einem damit einhergehenden fehlenden systematisch vollzogenen Verbraucherschutz ein erheblicher finanzieller Schaden für die Verbraucher entstehen würde. Die Autoren der vorliegenden Studie haben im Gegensatz zu Testinstituten nicht selber Finanzprodukte getestet, sondern jeweilige Tests der Verbraucherzentralen sowie der Stiftung Warentest untersucht.

Allein durch die Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen summieren sich die Verluste für die Verbraucher demnach auf 16 Milliarden Euro. Insbesondere die langen Laufzeiten sein für viele Kunden nicht durchzuhalten. Die Anbieter seien über diese Problematik im Bilde, würden die Produkte aber dennoch an die Kunden verkaufen. Wie aus der Studie hervorgeht, werden drei von vier abgeschlossenen Versicherungsverträgen mit einer 30-jährigen Laufzeit vorzeitig gekündigt. Immerhin noch 55 Prozent der Verträge mit einer über zwanzigjährigen Laufzeit würden vorzeitig aufgelöst, so die Autoren der Studie.

Bärbel Höhn: verärgert über Bundesregierung

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widersprach dem Inhalt der Studie. Die Studie bemängelt hingegen auch zahlreiche staatlich geförderte Riester-Verträge. Insbesondere würden den Verbrauchern hohe Verluste drohen, weil sich die Versicherer Gebühren und Kosten durch die Kunden honorieren lassen. Der Schaden für die Verbraucher wird hier mit einer Milliarde Euro angegeben. Das Bundesverbraucherschutzministerium gab bis dato noch keine Stellungnahme zu der vorliegenden Studie ab, da dem Ministerium diese Studie nach eigenen Angaben bisher nicht vorliegen würde. Derweil gab die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, an dass die Probleme seit Jahren bekannt seien. Höhn fügt an, dass es sie ärgere, dass die Bundesregierung es nicht geschafft habe, schlechte Finanzprodukte besser für die Verbraucher erkennbar zu machen, um schwarzen Schafen das Handwerk früher legen zu können.



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