Politik

Neujahrsansprachen 2014: Merkel, Putin und Kim setzen Ziele

Die großen Politiker und Regierungschefs der Welt haben in ihren Neujahrsansprachen Ziele für das neue Jahr 2014 gefasst. Dabei setzen unter anderem Deutschland, Russland und Nordkorea auf die verschiedensten Schwerpunkte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel weist in ihrer Neujahrsansprache beispielsweise auf die Europawahlen im Mai 2014 hin und Kim Jong Un will die Beziehungen Nordkoreas zu Südkorea verbessern. Auch Wladimir Putin wandte sich an die Bevölkerung in Russland.

Angela Merkel lobt Einsatzbereitschaft der Deutschen während der Flut

„Der Jahreswechsel ist traditionell ein Zeitpunkt guter Vorsätze“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Das Jahr 2014 ist erst ein paar Tage alt und nach den Feiertagen kehrt der Arbeitsalltag wieder ein. Angela Merkel selbst nimmt sich vor, mehr Zeit an der frische Luft zu verbringen und setzte politische Ziele für 2014.

Am Anfang ihrer Neujahrsansprache rief die Bundeskanzlerin das zerstörerische Hochwasser im letzten Sommer ins Gedächtnis, das weite Teile Süddeutschlands und Mitteldeutschlands flutete und zahlreiche Existenzen zerstörte.

Sie erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, wie schnell uns der Alltag einholen könne. „Es ist also wahrlich nicht alles so, wie wir es uns erhoffen oder wünschen, doch immer wieder gibt es Chancen zu neuen Anfängen“, so Angela Merkel. Sie lobte die Welle der Hilfsbereitschaft, den Einsatz der vielen freiwilligen Fluthelfer und die große Zivilcourage, die Deutschland in dieser schweren Zeit erfuhr.

Die Bundeskanzlerin setzt Ziele für Deutschland und Europa

Als besonders wichtige Pläne hob Angela Merkel hervor, dass die Finanzen der nächsten Generation geordnet übergeben werde müssten und dass die Energiewende zum Erfolg geführt werden müsse. Außerdem will sie weiterhin gute Arbeit sowie ein gutes Miteinander in Deutschland. Merkel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gesellschaft immer älter und immer vielfältiger wird, siehe dazu den Koalitionsvertrag zur Rente mit 63.

Auch auf Familien will Merkel viel Wert legen – sie seien das Herzstück der Gesellschaft und man müsse allen Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Bildung sichern, damit sie die bestmögliche Chance auf ein gutes Leben haben.

Doch die Fortschritte in Deutschland seinen auch von Europa abhängig, deswegen blickte die Bundeskanzlerin auch auf die Europawahl im Mai, die 100 Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs, 75 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkriegs und 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer stattfinden.

„Europa wurde aus einem Traum Weniger, durch die Anstrengung Vieler, ein Ort des Friedens für Millionen“, so Merkel weiter. Gerade deshalb müsse die europäische Schuldenkrise überwunden werden.

Positive Bilanz: Leistungsbereitschaft, Engagement und Zusammenhalt

Diese drei Punkte würden Deutschland im Kern ausmachen, so die Bundeskanzlerin. „Was jeder Einzelne von uns im Kleinen erreicht, das prägt unser Land im Ganzen.“ Die Politik könne ohne den Einsatz der Bürger nur wenig ausrichten. „Wir können viel erreichen, wenn wir einander vertrauen und zusammen halten.“

Sie betonte die guten Nachrichten des Jahres: Es gäbe so viele Arbeitsplätze wie noch nie zuvor, Deutschland könne im weltweiten Wettbewerb gut mithalten und es gäbe viele Menschen, die hier ehrenamtlich tätig wären. Aber: „Es gibt viel zu tun, damit Deutschland auch in Zukunft stark bleibt.“

Angela Merkels Neujahrsansprache als Video

Kim Jong Un schlägt ganz andere Töne an

Seit 19 Jahren gab es das erste Mal wieder eine Neujahrsansprache des nordkoreanischen Machthabers. In seiner Neujahrsansprache, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde, setzte Kim Jong Un einerseits Ziele, die auf eine Verbesserung der politischen Lage Nordkoreas hoffen lassen. Andererseits schlug er auch wieder besorgniserregende Töne an und demonstrierte seine rigorose Macht, als er zum Beispiel mit der Ermordung seines Onkels Chang Song Taek prahlte.

Kim betonte auf der einen Seite, dass Nordkorea die Beziehungen zu Südkorea energisch verbessern möchte und die gegenseitige Verleumdung ein Ende finden müsse. Auch Südkorea solle sich darum bemühen. Eine Wiedervereinigung des gespaltenen Landes wäre ebenfalls nicht auszuschließen. Außerdem solle das Leben der Menschen in Nordkorea allgemein verbessert werden und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den Mittelpunkt rücken.

Konkrete Anstrengungen für diese Vorhaben nannte Kim Jong Un allerdings noch nicht. Der Süden reagierte skeptisch auf die Annäherungsversprechen.

Provokation von Seiten Kims

Auf der anderen Seite sprach der nordkoreanische Diktator auch davon, dass weiterhin immer bessere Waffen entwickelt werden müssten und die militärische Stärke des Landes weiter ausgebaut würde. Besonders besorgniserregend ist die Spitze in Richtung Westen und Vereinigte Staaten: Ein zufälliger Konflikt könne eine massive Nuklearkatastrophe hervorrufen, die die Sicherheit der USA gefährden könne. Kim Jong Un droht Obama damit explizit mit einem unbeabsichtigten Atomkrieg.

Südkorea befürchtet eine wachsende Instabilität und Provokationen, um von Vorgängen im Inneren Nordkoreas abzulenken.

Auch Wladimir Putin will härter vorgehen

Dies allerdings nicht international, sondern im eigenen Land. Nach den schweren Selbstmordanschlägen in der südrussischen Stadt Wolgograd sandte der Kreml tausende Sicherheitskräfte aus, die die Region um Wolgograd durchsuchen.

Wladimir Putin betonte in seiner Neujahrsansprache ein Ziel: „Wir werden den Kampf gegen Terroristen konsequent bis zu ihrer völligen Vernichtung fortsetzen.“ Zu den Anschlägen hat sich bisher keine Terrororganisation bekannt, jedoch werden islamistische Rebellen dahinter vermutet. Diese hatten damit gedroht, die olympischen und paralympischen Winterspiele im russichen Sotschi im Februar 2014 mit allen Mitteln zu verhindern.

Putin erklärte weiter, dass die Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Land und speziell in und um Sotschi verstärkt werden und sicherte den Betroffenen und Angehörigen der Anschläge von Wolgograd schnelle Hilfe zu.



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