Versicherung & Vorsorge

Neuestes PKV-Ranking von Softfair: Eine kritische Betrachtung

Anders als bei Rating-Agenturen wie Morgen&Morgen stellt das PKV-Unternehmen-Ranking von der Analysegesellschaft Softfair die betriebswirtschaftlichen Erfolge aus Kundensicht in den Fokus der Betrachtung. Zudem wird die Zukunftsfähigkeit des PKV-Unternehmens betrachtet.

Ebenfalls im Mittelpunkt der Betrachtung steht die gesunde Bestandskundenentwicklung des einzelnen PKV-Unternehmens. Betrachtungszeiträume sind jeweils die letzten vier zurückliegenden Geschäftsjahre. Bei der Bewertung der Bestandsentwicklung der einzelnen Versicherer werden neben dem Beitrag auch die versicherten Personen berücksichtigt. Softfair bewertet bei einer Punktevergabe von 2083 bis 2500 Punkten ein Unternehmen mit „hervorragend“.

Von 1667 bis 2083 Punkten wird das Unternehmen mit „sehr gut“ bezeichnet. Erhält ein Unternehmen 1250 bis 1667 Punkte, so hat Softfair ein „gut“ vergeben. Ein „befriedigend“ indes gibt es nicht. Von 833 bis 1250 Punkten wird ein Unternehmen stattdessen direkt mit „ausreichend“ benotet. Von 0 bis 833 Punkten indes erhält ein Unternehmen die Note „mangelhaft“.

Hervorragende und sehr gute PKV-Versicherer

Mit einem „hervorragend“ wurde die DEVK, die Signal, die Alte Oldenburger, die Hallesche, die R+V sowie die SDK bewertet. Ein „sehr gut“ erhielten die Provinzial (VGH), die Concordia, die Barmenia, der Deutsche Ring, die HanseMerkur, di uniVersa, die LVM sowie die Continentale, die Debeka, die Inter und ferner die Pax-Familienfürsorge.

Ebenfalls mit einem „sehr gut“ bewertet wurden der Münchener Verein, die LKH, die ARAG, die Württembergische, die Gothaer, die DKV und die Allianz.

Ein „gut erhielten seitens Softfair die Central, die HUK-Coburg, die Union, die Nürnberger, die BBKK und die Axa. Als einziger PKV-Versicherer mit „ausreichend“ wurde die Mannheimer bewertet.

Kritische Anmerkung zum Ranking

Was bei dem Ranking zu verfälschter Sichtweise führt, ist die Tatsache, dass zwischen gut und ausreichend kein „befriedigend“ liegt, sondern eine suggestive Abwertung des nächstfolgenden Versicherers erfolgt. So stellt sich die berechtigte Frage, warum ein Unternehmen, dass 1250 Punkte erreicht, mit „gut“ bewertet wird, ein Unternehmen, welches 1249 Punkte erhält jedoch nur mit „ausreichend“ beurteilt wird.

Auffällig ist zudem die hohe Anzahl von „sehr gut“ bewerteten Unternehmen. Verglichen mit anderen Rankings zeigt sich zudem ein gewisses Zerrbild. So findet sich beispielsweise die Gothaer Versicherung bei diversen Testurteilen ziemlich weit unten im Ranking.

Beim Softfair-Ranking derweil wird das Unternehmen zwar auf Platz 22 des Rankings geführt, aber die PKV-Versicherung darf sich mit einem „sehr gut“ schmücken. Insofern fehlt dem Ranking offenbar eine ausgefeilte Differenzierung, die sich für Kenner der Materie sofort offenbart, dem Hilfe suchenden Versicherten jedoch keinerlei Anhaltspunkt für eine gute Auswahl bietet.

Das Softfair-Ranking sollte daher nur in Kombination mit anderen Rankings betrachtet werden. Ebenso erschließt sich die Beurteilung der Debeka in dem Ranking nicht. Das Unternehmen wird auf Platz 15 des Rankings geführt, bei nahezu allen anderen Rankings liegt die Debeka jedoch nahezu unangefochten an der Spitze.



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