Sport

NFL Super Bowl 2014: Denver vs. Seattle – es ist angerichtet

Unaufhaltsam rückt der 48. Super Bowl näher. Stunde um Stunde. Fans rund um den Globus fiebern dem Großereignis entgegen.

In der Nacht zu Montag heißt es dann: Denver Broncos gegen Seattle Seahawks. Ein echter Leckerbissen für die Zuschauer im Stadion und an den Fernsehbildschirmen.

Mit den Broncos trifft die beste Offensive der Liga auf die Seahawks, das defensivstärkste Team der Liga. Dazu kommt ein weiterer Aspekt: das Wetter. Nicht unerheblich in einem Stadion ohne Dach.

Super Bowl 2014 im Schnee?

Insgesamt 82.500 Zuschauer finden im MetLife Stadium, der Heimstätte der New York Giants und der New York Jets, Platz. Bei der aktuellen Wetterlage könnte der Super Bowl zum Snow Bowl werden. Momentan liegen die Temperaturen bei etwa Minus 10 Grad. Roger Goodell, der Boss der NFL, zur Situation: „Ich kann das Wetter nicht kontrollieren.“ Bereits seit einigen Tagen kämpfen Teil der Ostküste gegen Schnee und Eis.

Aber dem Wetter zum Trotz wird der Super Bowl stattfinden. Denn American Football definiert sich selbst als eine winterliche Sportart, die zum Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, als sich zwei Universitäten erstmals in einem vergleichbaren Spiel gegenüberstanden – das war im Winter, im November.

Trotz Winterchaos: Super Bowl findet statt

Außerdem läuft die NFL-Saison traditionell von September bis Dezember, im Januar finden die Playoffs statt und schließlich endet die Runde mit dem Super Bowl.

Goodell unterstrich die Entscheidung noch einmal mit einer einfach Aussage: „Das ist Football.“

Neben dem Wetter fokussiert sich das Medieninteresse vor allem auf einen Mann: auf Peyton Manning, Star-Quarterback der Denver Broncos. Manning, der mit seinen 37 Jahren inzwischen zur alten Garde gehört erlebte in dieser Saison seinen zweiten Frühling. Perfekte Pässe, jede Menge Spielwitz und zahlreiche Gedankenblitze zeigte Manning in dieser Saison.

Einen Rekord nach dem anderen stellte er auf. Mit sensationellen 55 Touchdown-Pässen durchbrach er die bisherige Bestmarke von 50 Touchdown-Pässen, die Tom Brady einst aufstellte.

Erstmals konnte ein Team über die 16 Spieltage die Schallmauer von 600 Punkten überwinden. Gemeinsam mit Nick Foles von den Eagles teilt sich Manning den Rekord von 7 Touchdown-Pässen in einer Partie. Selbst den Bestwert mit 5.476 Yards Raumgewinn in der regulären Saison, konnte von Manning um einen Yard erhöht werden.

Manning bricht alle Rekorde

Manning selbst versucht den Hype etwas zu dämpfen: „Ich bin in meiner 16. Saison. Ich weiß, wie hart es ist, überhaupt ins Endspiel zu kommen. Jetzt zum zweiten Mal den Super Bowl zu gewinnen, wäre etwas ganz Besonderes.“

Doch Manning weiß auch, dass seine Rekorde aus der regulären Saison bei einer Niederlage im Super Bowl nur halb so viel Wert wären. Trotz seiner überaus erfolgreichen Saison steht Manning dennoch in der Kritik. Mit einer lediglich ausgeglichen Playoff-Bilanz von 11:11gehört Manning einfach nicht zu besten Spielern der NFL-Historie.

Außerdem werfen seine Kritiker dem alternden Star-Quarterback Wetteranfälligkeit vor. Bei Ex-Verein Indianapolis hatte Manning das Glück in einem komplett überdachten Stadion bei nahezu perfekten Bedingungen zu spielen. Der Super Bowl und die aktuelle Wetterlage geben Manning jetzt die Gelegenheit den Gegenbeweis anzutreten.

Mit dem Sieg könnte Manning gleichziehen mit seinem jüngeren Bruder Eli Manning, Quarterback der New York Giants und bereits zweifacher Titelgewinner. Gleichzeitig würde sich Peyton Manning einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher sichern, denn er wäre der erste Stamm-Quarterback, der mit zwei verschiedenen Teams den Titel erringen konnte.

In den eigenen Reihe genießt Manning allerhöchste Wertschätzung. Quarterback-Legende und Broncos-Vizepräsident John Elway: „Er hatte eine unglaubliche Saison. Er ist dieser Wettkampftyp, der nach den Operationen vor zwei Jahren unbedingt zurückkommen wollte.“

Broncos lassen sich Manning 96 Millionen Dollar kosten

Die Verantwortlichen der Indianapolis Colts dürften sich inzwischen maßlos ärgern, dass sie ihrem Star-Quarterback, der die Colts ununterbrochen von 1998 an in 227 Spielen bis September 2011 aufs Spielfeld führte, die Verträge kündigten.

Die Broncos ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und sicherten sich sofort die Dienste der Quarterbacks – mit einem Fünfjahres-Vertrag und einem Gehalt von insgesamt 96 Millionen Dollar. Der Anfang der Erfolgsgeschichte. Direkt in seinem zweiten Jahr zahlte Manning das Vertrauen zurück und führte die Broncos bis ins Finale.

Beide Teams schlossen die Regular Season mit einer Bilanz von 13:3 ab. Dennoch wartet auf Manning und die stärkste Offensive ein harter Brocken gegen die eisenharte Verteidigung der Seahawks.

Seattles Trainer Pete Caroll erwartet einen „großartigen Schlagabtausch“. Der Coach formte aus einem mit Talenten gespickten Team um Quarterback Russel Wilson ein Team, das durch seine disziplinierte Defensive besticht und für jeden Gegner unangenehm zu spielen ist. Der Super Bowl wäre die Krönung einer bärenstarken Saison. Dafür müssen die Seahawks aber Manning stoppen.

Denver Broncos sind Favorit im Super Bowl 2014

Die Denver Broncos gehen als Favorit in den Super Bowl. Nicht nur wegen Manning, sondern auch, weil Seattle seit 1990 Buffalo, das erste Team im Finale ist, das nicht einen einzigen Spieler im Kader hat, der über Super Bowl Erfahrung verfügt.

Um gegen Manning und seine Broncos zu bestehen, müssen die Seahawks als geschlossene Einheit auftreten. Neben der starken Defensive, setzen die Seahawks vor allem auf Star-Runningback Marshawn Lynch sorgen, der in der Regular Season 1.257 Yards erlief und zwölf Touchdowns erzielen konnte. In den Playoffs wusste der Quarterback zu überzeugen mit weiter 249 Yards und 3 Touchdowns.

In der Abwehr kommt es vor allem auf Cornerback Richard Sherman an. Mit 8 Interceptions in der regulären Spielzeit hat Sherman den Topwert der Liga inne. Im Conference Final gegen San Francisco avancierte er zum Matchwinner als er einen Touchdown und den damit verbundenen Sieg der 49er gerade noch verhindern konnte.

Bilanz spricht für Denver

Beide Teams konnten in dieser Saison bereits gute Erfahrungen im Metlife Stadium sammeln. Manning schlug mit seinen Broncos die Giants um seinen jüngeren Bruder Eli mit 41:23. Exakt drei Monate später fertigten die Seahawks New York gar mit 23:0 im eigenen Stadion ab.

Die Bilanz spricht ganz klar für den Favoriten aus Denver. in 53 Spielen konnten die Broncos 34mal gegen die Seahawks gewinnen. Dagegen stehen lediglich 19 Niederlagen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.