Gesellschaft

Niederlande will eigenen Berg bauen

Was als Witz vom ehemaligen Radprofi und jetzigem Sportjournalist Thijs Zonneveld angefangen hat wird nun ernsthaft in den Niederlanden diskutiert, demnach wird überlegt einen eigenen Berg im flachen Land zu errichten. Dieser soll den ersten Überlegungen nach 2000 Meter in die Höhe reichen und soll Skisport-Anlagen Platz bieten. Bislang reisen viele Niederländer in das nahegelegene Sauerland um im Winter Wintersport betreiben zu können. Auch Baufirmen, Ingenieure, Architekten, Sportvereine und Energiekonzerne haben sich zu Wort gemeldet.

Am Montag trafen sich viele Interessierte zu einer ersten Konferenz in Utrecht ein und diskutierten den Vorschlag. Die Entwürfe reichen von einem soliden Felsen im Meer, einem Krater oder einem Hochplateau. Vorstellbar sind eine reihe von touristischen Einrichtungen, wie Skisportanlagen, Hotels, Golfplätze, Restaurants oder Einkaufszentren auf dem Berg. Auch ein Pumpspeicherkraftwerk wird überlegt, bei Energieüberschuss soll Wasser den Berg hochgepumpt werden, um im Bedarfsfall wieder durch die Turbinen gejagt zu werden.

Vertreter der Royal Dutch Cycling Union sprachen von besseren Trainingskonditionen für ihre Radprofis. Schon haben Befürworter eigens eine Webseite eingerichtet um über das Projekt weiter diskutieren zu können. Nach Aussagen von Beobachtern sei die Erstellung eines Berges einfacher als die Landgewinnung (Polder), die in den Niederlanden großflächig und erfolgreich betrieben wird.

Vielleicht lässt sich die Sehnsucht nach einem Berg mit der Topographie der Niederlande erklären, rund die Hälfte der Fläche liegt gerade bei einem Meter über dem Meeresspiegel, ein Viertel liegt gar unter Meeresniveau und wird nur dank Deichbauten trocken gehalten. Die höchste Erhebung Vaalserberg ist gerade mal 322,7 Meter hoch.

Doch ob der Berg jemals gebaut wird, ist eine andere Frage. Zum einem benötigte man 12 Milliarden Kubikmeter Erdmassen zum Aufschütten, woher diese nehmen? Denn die flachen Niederlanden können diese Erdmassen nicht liefern. Des Weiteren würde der Bau mehrere Milliarden Euro verschlingen, und zu guter letzt müsste eine entsprechende Baugenehmigung erteilt werden. Auch die Frage, ob solche gewaltigen Erdmassen auf die Kruste drücken und die ohnehin flachen Niederlande weiter absenken könnten, bleibt offen.



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