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Niedersachsen Landtagswahl: Das Dilemma der FDP

FDP-Vorsitzende Philipp Rösler steht mit dem Rücken zur Wand. Schafft die FDP den Einzug in den niedersächsischen Landtag nicht, so dürfte das Schicksal des ehemaligen niedersächsischen Schwergewichts der FDP besiegelt sein. Bisherige Umfragen sahen die FDP bei 4 Prozent. Die jüngste Umfrage jedoch sieht die FDP wieder im Landtag von Niedersachsen vertreten. Trotzdem hat ein rot-grünes Regierungsbündnis noch knapp die Nase vorn.

Stefan Birkner blass und ein wenig grün gelenkt?

Experten sehen in dem Spitzenkandidaten der niedersächsischen FDP derweil einen blassen und unscheinbaren Spitzenmann. Im Vergleich zu Christian Lindner aus Nordrhein-Westfalen oder Wolfgang Kubicki aus Schleswig-Holstein wirkt der niedersächsische FDP-Spitzenkandidat eher unscheinbar. Stefan Birkner, der Spitzenkandidat der FDP in Niedersachsen, der zugleich Umweltminister des Landes ist, hebt sich nicht nur durch seine Ansichten in der Sozialpolitik von anderen FDP-Größen ab. So verbindet ihn sehr viel mit dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck. Birkner ist nämlich der Schwager von Habeck. Ob sich daraus jedoch im Zweifel eine Option für eine schwarz-gelb-grüne Regierung in Niedersachsen ableiten lässt, bleibt abzuwarten.

Bleibt Rösler FDP-Parteivorsitzender auch im Mai?

Für die FDP könnte der Einzug in den niedersächsischen Landtag indes am Ende ein Pyrrhussieg gewesen sein. Würden die Liberalen nämlich nicht in das niedersächsische Landesparlament einziehen, so müsste der derzeit mit 17 Prozent Zustimmung unbeliebteste Politiker Deutschlands, gemeint ist Philipp Rösler, umgehend nach der niedersächsischen Landtagswahl zurücktreten.

Sollte die FDP in Niedersachsen jedoch den Einzug in den Landtag schaffen, dürfte dies Rösler vorerst Luft verschaffen. Eine erneute Kandidatur zum FDP-Vorsitzenden im Mai wäre damit nicht mehr ausgeschlossen. Ein Versagen eines guten Ergebnisses bei dieser Wahl würde die Liberalen weiter demontieren. Die Partei würde sich somit unweigerlich in die Hände ihres Vorsitzenden begeben. Aktuelle Umfragen auf Bundesebene sehen die FDP jedoch derzeit bei nur zwei Prozentpunkten.

Dies bedeutet, dass bei einem Verbleib von Philipp Rösler in der Spitzenposition der Partei der Wiedereinzug in den Bundestag letztendlich unwahrscheinlich wäre. Andererseits wäre es aber auch möglich, dass die niedersächsischen Landtagswahl den Liberalen Rückenwind gibt. Auch Philipp Rösler könnte dann unbeschwerter auftreten und somit seinen Nimbus als Verbreiter negativer Wahlergebnisse abstreifen.

Ergebnis der Landtagswahl auch für Peer Steinbrück bedeutsam

Das Endergebnis der Landtagswahl dürfte auch für Peer Steinbrück von höchster Priorität sein. Schafft der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil den Regierungswechsel, so gibt dies auch Steinbrück enorm Rückenwind in Bezug auf seine Kanzlerkandidatur. Insofern stellt die Landtagswahl in Niedersachsen so etwas wie eine Vorentscheidung die Bundestagswahl dar. Ob die Liberalen am Ende einen Pyrrhussieg feiern werden oder ob Philipp Rösler am 21. Januar von seinem Amt als Vorsitzender der FDP zurücktreten wird, steht spätestens am 20. Januar mit Verkündung der Wahlprognose für Niedersachsen um 18:00 Uhr fest.



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