Wissenschaft

Nobelpreis für Medizin an Immunforscher

Der diesjährige Nobelpreis für Medizin wird aufgeteilt, zum Einem werden Bruce A. Beutler und Jules A. Hoffmann für ihre Forschung an der angeborenen Immunität und des Weiteren Ralph M. Steinman für seine Entdeckung der Rolle der Dendriten für die adaptive Immunität mit dem Wissenschaftspreis geehrt. Diese Vergabe gab das Karolinska Institut nun bekannt. Die Forscher hätten mit ihrem Beitrag das Verständnis über die Wirkungsweise des menschlichen Immunsystems revolutioniert.

Beutler und Hoffmann haben die Rolle der so genannten Proteinrezeptoren untersucht, die „Fremdkörper“ (wie Bakterien und Viren) erkennen und eine Gegenreaktion des Körpers auslösen. Die Dendritischen Zellen, die von Steinmann untersucht wurden, sind Teil des lernfähigen Immunsystems und wirken gezielt bei einer neuen Immunisierung. Beide Forschungsgegenstände sind Teil der Wirkungsweise des Immunsystems und würden neue Forschungsansätze in der Krebs-, Viren- und Entzündungstherapie eröffnen.

Jules Hoffmann machte seine Entdeckung 1996, als er untersuchte, wie Fruchtfliegen sich gegen Krankheiten immunisieren. Auch Bruce Beutler untersuchte Fruchtfliegen um herauszufinden, welche Folgen ein septischer Schock am Körper hat. Ihre Arbeit führte zur Entdeckung neuer so genannter Toll-like Receptors, ein Auslösesystem des Immunsystems bei Eindringlingen.Steinmann entdeckte schon 1973 die Dendritischen Zellen des Immunsystems, in der Folge untersuchte er ihre Rolle bei der adaptiven Immunität. Diese Dendriten aktivieren die T-Zellen oder gar die Killerzellen, die Eindringlinge aus dem befallenen Körper entfernen.

Beutler ist ein 54 jähriger US-Professor, der derzeit an der Universität La Jolla forscht und lehrt. Hoffmann hingegen kommt aus Luxemburg, der 70 jährige Forscher lehrte in Marburg und Strassburg und war dort Leiter des Instituts für Molekularzellbiologie. Der 68 jährige Steinmann kommt aus Kanada und lehrte an der Rockefeller Universität in New York.



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