Technik

Nokia: Das neue Flaggschiff Nokia N9

Wie der Tech-Blog Enadget nun berichtet, kann man in Australien das neueste Flaggschiff der Finnen, das Nokia N9, vorbestellen, demnach wird das neue Smartphone mit dem Betriebssystem MeeGo 829 Australische Dollar (ca. 627 Euro) kosten. Nun stellt sich die Frage, ob der in Bedrängnis geratene Handyhersteller mit dem neuesten Flaggschiff Nokia N9 Boden wird gutmachen können, der einstige Marktführer von Smartphones (Communicator-Reihe) hatte den Trend der Zeit verschlafen und läuft inzwischen Unternehmen wie HTC, Samsung, Apple und LG hinter her.

Nokias neues und schon fast altes Betriebssystem MeeGo

Das neue Betriebssystem MeeGo wurde zusammen mit Intel entwickelt und soll die verstaubte Version des Betriebssystems Symbian eigentlich ablösen, wenn nicht die Vereinbarung mit Microsoft bestünde. Das milliarden-schwere Abkommen sieht zukünftig die Ausstattung der Smartphones von Nokia mit dem Windows Mobile Betriebssystem vor, stellt also MeeGo eine Sackgasse dar? Die Finnen verbauen einen ARM Cortex A8 Prozessor, die Ankündigung, dass man scheinbar einen echten Intel Atom-Prozessor im Nokia N9 (1,6 GHz) einbauen wollte, hätte die Leistung im Vergleich zu den aufkommenden Dual-Prozessoren (wie dem A5 im iPhone 5) nicht schmälern dürfen. Ganz im Gegenteil, da Intel an der Programmierung des neuen Betriebssystems MeeGo mitwerkelte, müssten die Abläufe optimiert sein, doch nun wird man mit dem ARM Cortex A8 lediglich eine Geschwindigkeit von einem GHz erwarten.

Ausstattung Nokia N9

Ansonsten befindet sich das neue Nokia N9 auf der Höhe der Zeit, in der Ausstattung unterscheidet es sich nicht wesentlich vom derzeitigen Flaggschiff N8. Beim internen Speicher soll das Nokia N9 in zwei Varianten angeboten werden, demnach kann man als internen Speicher 16 GB oder 64 GB erwarten. Erweiterbar ist der Speicher anhand von Micro-SD Karten (maximal weitere 32 GB). Enttäuschend ist hingegen die Tatsache, dass das Nokia N9 anscheinend nicht mit der zukünftigen Generation der Handynetze, Stichwort LTE, kann, hier hätte man sich mehr Weitsicht von den Finnen erhoffen können. Ansonsten kann das Quad-Band Gerät in allen Netzen funken und weist überdies mit HSDPA und HSUPA schnelle Internetverbindungen auf. Selbstverständlich soll im Gerät eine W-Lan Schnittstelle (auch im N-Standard) verbaut werden, ob eine HDMI Schnittstelle (wie jetzt schon im Nokia N8) vorhanden ist bleibt offen.

Near Field Communication- demnächst auch in Deutschland?

Neu hingegen ist die so genannte Near Field Communication (NFC), die in Japan schon weit verbreitet, in Europa aber kaum bekannt ist. NFC ermöglicht den Austausch von Daten auf kurzen Entfernungen und insbesondere die bargeldlose Bezahlung von Kleinbeträgen bei teilnehmenden Unternehmen. Auch Apple und Samsung werden künftig NFC einbauen, doch die Verbindung ist mit 424 kBit/s nicht schnell, die Reichweite wurde bewusst auf zehn Zentimeter eingeschränkt. Ob sich NFC in Deutschland durchsetzen wird, ist fraglich, da Bezahlsysteme per Handy schon existieren und der Handel bislang wenig Bereitschaft signalisiert, den neuen Standard unterstützen zu wollen.

Nokia N9- schnellste Kamera auf dem Markt?

Die Kamera auf derRückseite des Nokia N9 soll Bilder in einer Auflösung von 8 Megapixel liefern, ausgestattet ist das Handy mit einem Objektiv aus dem Hause Carl-Zeiss. Hier verspricht Nokia die schnellste Auslösungszeit unter allen Handys. Videos sollen in HD gedreht werden können. Diese sollen auf dem AMOLED Display knackig dargestellt werden können. Daneben verfügt das Nokia N9 über A-GPS, und dank der Karten im OviStore soll man in über 90 Ländern, auch im Auto, navigieren können, doch Vorsicht, in fremden Netzen gelten Roaming-Gebühren, die Navigation im Ausland ist kein günstiges Vergnügen.

Fazit Nokia N9: vielversprechend, aber der Rettungswurf?

Insgesamt verspricht Nokia ein ordentliches Smartphone, interessant ist insbesondere das neue Betriebssystem MeeGo, das sich aber im Alltag erst bewähren muss. Doch da die Finnen künftig nicht mehr auf dieses System setzen wollen, bleibt die Zukunftstauglichkeit des neuen Flaggschiffes fraglich. Das Design ist gefällig, hier verspricht Nokia ein farbenfrohes Spektrum an Geräten. Hätten die Finnen einen echten Intel Atom Prozessor verbaut, wäre dies ein Alleinstellungsmerkmal. Doch nun setzen die Finnen auf einen ARM Prozessor. Deswegen muss sich Nokia die Frage gefallen lassen, welche Argumente die potentiellen Käufer dazu bewegen sollen, das Smartphone auch für den Preis zu kaufen? Will man mit dem Nokia N9 erntshaft gegen Apple iPhone 5, Samsung Galaxy SII und LG Thrill antreten? Die Käufer werden entscheiden, ob Nokia sich auffangen kann, oder weiterhin Marktanteile an Wettbewerber verlieren wird, weil diese die Zeichen der Zeit richtig erkannten. Das Betriebssystem MeeGo wird künftig in Autos (BMW) und Fernseher weiter existieren, die Frage ob dies für Nokia auch gilt, darf man inzwischen getrost stellen.

 



1 Kommentar zu “Nokia: Das neue Flaggschiff Nokia N9”

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