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Nokia: „Reisleine“ gezogen

Der seit einigen Jahren kriselnde Handyproduzent „Nokia“ hat im wahrsten Sinne des Wortes die „Reisleine“ gezogen. Um Kosten einzusparen, werden alle Arbeitsplätze nach Asien verlagert. Betroffen sind mehrere Tausend Arbeitsplätze, unter anderem in Ungarn, dem Stammland Finnland und in Mexiko. Betroffen sind insgesamt 4000 der derzeit 6900 Mitarbeiter.

Nokia: Negativimage geschaffen

Nokia war vor einigen Jahren bereits in die Kritik geraten, weil es den Firmensitz in Bochum nach Rumänien verlagerte und einige Zeit später auch den neu bezogenen Sitz in Rumänien erneut schloss. Das Unternehmen versucht, derzeit regelrecht die Verluste durch immer weitere Billiglöhne aufzufangen. Ähnlich einem grasenden Rind zieht das Unternehmen weiter, wenn das Land zu teuer geworden ist. Kritiker sagen indes, dass Nokia immer genau dann weiter zieht, wenn sich die Lebensbedingungen der Menschen in dem Produktionsland verbessern. Ziel von Nokia sei dann stets ein Land, in dem die Sozialstandards und damit auch die Arbeitnehmerrechte keinerlei Bedeutung haben. Durch diese Unternehmensstrategie haftet Nokia bereits das Negativimage einer kapitalistischen Heuschrecke an, die ähnlich einem Hedgefonds solange Nutzen aus einer Sache zieht, bis sich woanders eine noch billigere Produktionssituation beziehungsweise lukrativere Situation ergibt. Was aus den betroffenen Regionen wird, spielt dabei keine Rolle. Nokia hatte zuletzt im Schlussquartal 2011 ein Minus von 1,1 Milliarden Euro gemacht. Kritiker rufen derweil dazu auf, Nokia-Produkte weiterhin zu meiden und das Unternehmen so durch die wirtschaftliche Macht der Verbraucher zum Umdenken zu bewegen.



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