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Nordkorea-Konflikt: Südkorea zieht alle Arbeiter aus Kaesong zurück

Rund 175 Südkoreaner befinden sich immer noch in der Sonderwirtschaftszone Kaesong. Der Norden des geteilten Landes lehnt derweil weiterhinVerhandlungen mit dem Nachbarn aus Südkorea ab. Südkorea will nun entsprechende „Gegenmaßnahmen“ ergreifen. Der Norden lehnt die Wiedereröffnung der bislang sowohl den Norden als auch den Süden verbinden Sonderwirtschaftszone ab.

Weil Nordkorea die Verhandlungen über den IndustrieparkKaesong ablehnt, will Südkorea nun seine noch in der Sonderwirtschaftszone verbliebenen Landsleute zum Verlassen auffordern. Wie der Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae in Seoul mitteilte, sollen alle noch in der Sonderwirtschaftszone verbliebenen Südkoreaner diese umgehend verlassen.

Nordkorea ließ zuvor ein Ultimatum Südkoreas hinsichtlich offizieller Verhandlungen über den Industriepark verstreichen. Dies vermeldete zumindest die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das nationale Verteidigungskomitee Nordkoreas.

Nahrungsmittel und Arzneimittel werden knapp

Derweil kritisierte die südkoreanische Regierung den Norden scharf. Südkorea will nun entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Welche das sein sollen, dazu wollte sich Südkoreas Regierung nicht öffentlich äußern. Allerdings sprach ein Sprecher des Vereinigungsministeriums von „schwerwiegenden Maßnahmen“. Anfang April zog Nordkorea seine 53000 Arbeiter der Sonderwirtschaftszone ab.

Gleichzeitig sperrte der Norden südkoreanische Lieferungen und den Zugang für südkoreanische Firmenmanager. Verblieben sind derzeit nur 175 Südkoreaner. Diesen gehen aber nach Angaben der südkoreanischen Regierung mittlerweile Nahrungsmittel und Arzneimittel aus. Aus diesem Grunde stellte die südkoreanische Regierung dem Norden ein Ultimatum, welches bis Freitag Mittag (Ortszeit) gelten sollte.

Nordkorea droht weiterhin mit Krieg

Südkorea forderte den Norden dabei zu Gesprächen auf. Nordkorea wies das Gesprächsangebot indes zurück. Stattdessen zeigt das nordkoreanische Staatsfernsehen Bilder von Militärparaden. Derzeit feiert Nordkorea den 81. Jahrestag der Gründung des Militärs. Sollten die verbliebenen 175 Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone abgezogen werden, könnte die entstandene Eiszeit zwischen Nordkorea und Südkorea sich weiter verschärfen.

Nordkorea droht Südkorea derweil weiterhin mit Krieg. Erst vor wenigen Wochen erklärte Nordkorea offiziell den Kriegszustand mit dem Süden. Im Gegenzug veranstaltete Südkorea zusammen mit den USA weitere Militärmanöver. Erst in den vergangenen Tagen reduzierte das kommunistische Regime Nordkoreas die Drohungen gegen den Süden.

Widersprüchliche Aussagen von Kim-Jong-Un

Inwieweit sich die Situation weiter verschärft oder aber auch entspannt, bleibt derweil abzuwarten. Experten gingen derweil die ganze Zeit davon aus, dass die Drohgebärden des Nordens lediglich rhetorischer Natur seien. Vertreter mehrerer Regierungen gehen zudem davon aus, dass Nordkorea durch die Drohgebärden Verhandlungen mit den USA und Europa über eine Reduktion der Einfuhrbeschränkungen gegen das Land erzwingen will.

Nordkoreas junger Machthaber Kim-Jong-Un will nach Ansicht vieler Experten zudem durch die Drohungen an Profil in seinem Land gewinnen. Zudem stehen die Drohgebärden des nordkoreanischen Machthaber im krassen Widerspruch zu von ihm getätigten Aussagen von vor wenigen Wochen. Damals stellte Kim-Jong-Un eine Entspannung und eine mögliche Wiedervereinigung von Nord-und Südkorea in Aussicht.



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