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Nordkorea: Zaghafte Reformen in Sicht?

Nachdem der nordkoreanische Generalstabschef entlassen wurde, hat sich der neue Machthaber Kim Jong Un selbst zum Marschall befördert. Obwohl erst ein halbes Jahr im Amt, hat Kin Jong Un damit eine erste Demonstration seiner Macht gezeigt.

Obwohl Nordkorea für seine abgeschottete Informationspolitik berüchtigt ist, sind einige Details von dem Sturz des Generalstabschefs an die Öffentlichkeit gekommen. Demnach wollen Kim und sein Onkel Chang Song Thaek dem Militär die Wirtschaftsmacht entreißen.

Kim Jong Un: Macht der Armee entreißen

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete dies unter Berufung auf Insiderkreise. Der Vater von Kim Jong Un hatte dem Militär eine Hauptrolle in seinem Staat zugebilligt, sein Sohn will diese Machtstrukturen nun offenbar ein wenig zugunsten der Zivilisten gerade rücken. Die Armee gilt als Hauptwirtschaftsfaktor in dem sonst bitterarmen Land.

Etwa ein Drittel des gesamten Staatshaushaltes soll demnach in die Armee gesteckt werden, heißt es. Die Propaganda verkündet indes täglich „Die Armee ist das Volk, der Staat und die Partei“. Im Klartext heißt dies, alle die in der Armee dienen, genießen Vorteile gegenüber der übrigen Bevölkerung. Dies geht von einer besseren Nahrungsmittelversorgung über den Zugang zu Kraftstoff bis hin zu Bildungschancen. Damit die Armee auch gut versorgt wird, sind bei den Bauern auf den Feldern zur Kontrolle über die korrekten Abfuhrabgaben auch immer Militärs vor Ort.

Fachleute sollen in anderen Ländern die Wirtschaftssysteme studieren

Nach ungenannten Quellen nach zu urteilen, plant Kim Jong Un die Landwirtschaft zu reformieren und den Verkauf auf freien Märkten zuzulassen. Dem Vernehmen nach hat Kim Jong Un zudem Fachleute in andere Länder ausgesandt, damit diese dort die Wirtschaftssysteme studieren. Es hat den Anschein, als könnte Kim Jong Un so etwas werden wie der Gorbatschow von Nordkorea. Dennoch bleibt Skepsis angesagt.



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