Politik

Norkorea: Der Tod des Diktators Kim Jong-il

Der Diktator Nordkoreas, Kim Jong-il, ist im Alter von 69 verstorben, der Sohn des Gründers des Staates Nordkorea sei an einem Herzinfarkt erlegen, so die staatseigene Nachrichtenagentur KCNA. Die Nachfolge wurde mit der Ernennung von Kim Jong-un als Nachfolger, im martialischen nordkoreanisch auch stets großer Nachfolger genannt, vor einem Jahr geregelt. Die Meldung vom Tod des Diktators hat die Nachbarstaaten in Aufregung versetzt, die südkoreanische Armee versetzte die eigenen Truppen in Alarmbereitschaft, die japanische Regierung hat sich zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengefunden.

Die Frage, die die Nachbarstaaten in Atem hält, ist die, ob das Regime in Nordkorea stabil genug ist, um den Tod des Diktators verkraften zu können. In der Chuche-Ideologie, eine Eigenart Nordkoreas, ist die gesamte Administration auf den obersten Staatschef ausgelegt. Deswegen nimmt es nicht Wunder, dass selbst der engste Verbündete Nordkoreas, die chinesische Volksrepublik, auf Stabilität und Frieden in der Region beharrt, die Anstrengungen dazu müssten verstärkt werden. Die großen Aktienmärkte in Asien haben nach der Verkündung des Todes von Kim Jong-il deutlich deutlich verloren.

Gemäß der bisherigen Erfahrungen des Personenkultes in Nordkorea werden die Menschen vor Ort öffentlich trauern und weinen, so auch der Nachrichtensprecher im staatseigenen Fernseher. Kim Jong-il sei auf einer Stippvisite im eigenen Zug am Herzinfarkt gestorben. Schon vor zwei Jahren erlitt der exzentrische Staats- und Parteiführer einen Schlaganfall, seitdem mied er öffentliche Auftritte. Umgehend wurde eine Staatstrauer bis einschließlich zum 29. Dezember ausgerufen.

Über den Nachfolger Kim Jong-un ist bislang wenig bekannt, nur soviel, als dass er in der Schweiz studiert habe, er in den späten Zwanzigern sein soll und von der Lieblingsfrau von Kim Jong-il abstamme. Ob Kim Jong-un die Lage im Lande bessern wird, bleibt abzuwarten. Das verarmte Nordkorea, noch vor dem Teilungskrieg in den 50ern war Nordkorea das Zentrum der Industrie, hat massive Schwierigkeiten bei der Nahrungsmittelproduktion, im Gegenzug wird aber die Produktion für militärische Güter forciert. So besitzt Nordkorea nachweislich Atomwaffen und setzt damit seine Verhandlungspartner massiv unter Druck.

Nun bestehen die Befürchtungen, dass im Zuge der Transformation von Kim Jong-il zu seinem Sohn kim Jong-un interne Streitigkeiten in Nordkorea auftreten könnten. Doch auf der anderen Seite hatte einst Kim Jong-il 1994 Kim Il-Sung´s  Erbe antreten können, ohne dass sich Wesentliches in Nordkorea geändert hätte, lediglich die Ausgaben für das Militär wurden nochmal gesteigert. Es bleibt abzuwarten, wie Nordkorea sich nach dem Tod Kim Jong-il und der Machtübernahme von Kim Jong-un entwickeln wird.



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