Politik

NPD: Warum Kevin und Mandy für die Partei von Bedeutung sind

Derzeit wird ein möglicher neuer Anlauf zu einem NPD-Verbotsverfahren seitens der Politik unternommen. Ist ein Verbot der rechtsextremen Partei jedoch das richtige Mittel um die „braune Brut“ unter Kontrolle zu halten? Dank der jüngst von der Internet-Aktivisten-Gruppe „Anonymous“ durchgeführten Aktion „Blitzkrieg“ lassen sich für jedermann ersichtlich, brisante und vertrauliche E-Mails zwischen hochrangigen NPD-Funktionären und Gesinnungsgenossen nachverfolgen. Die Inhalte offenbaren dabei Erschreckendes.

NPD-Landesvorsitzender: Übung für Anfänger – Wie erhält man eine Liste von Mitgliedern?

Neben der üblichen Hetze gegen Migranten und Andersdenkende tritt dabei jedoch selbst bei angeblichen Spitzenfunktionären der Partei eine selten anzutreffende Naivität und Inkompetenz zutage, die ein Verbotsverfahren überflüssig erscheinen lässt. So wendete sich der damalige NPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, in einer E-Mail vom 05. Januar 2011 an den damaligen NPD-Vorsitzenden Udo Voigt und fragt (wohlgemerkt als Landesvorsitzender einer Partei!) den Parteivorsitzenden, wie er denn an eine Liste der in die NPD übergetretenen DVU-Mitglieder gelangen könne. Zudem spricht der Landesvorsitzende in einer weiteren Mail vom „sachsen-anhaltischen Landtag“, korrekt wäre „sachsen-anhaltinischer Landtag oder Landtag von Sachsen-Anhalt“ zu sagen.

Kevin und Mandy: Stammwähler der NPD?

In einer weiteren Mail offenbart sich jedoch ein für Soziologen wichtiges Arbeitsfeld, nämlich die Gefahr bestimmter Bevölkerungskreise für rechte Parolen empfänglich zu sein. So berichtete „Spiegel-Online“ über eine Masterarbeit einer Lehramtsstudentin, die die Beurteilung von Namen durch Grundschullehrer zum Inhalt hatte. Dabei urteilten einige Lehrer wörtlich: „Kevin sei kein Name, sondern eine Diagnose“. Die Studie bestätigt, dass Unterschichtfamilien in erster Linie Namen wie Kevin, Mandy oder Marvin vergeben, während gebildete Schichten eher Namen wie Lukas, Simon oder Jakob oder Katharina beziehungsweise Nele vergeben. In diesem Zusammenhang sei die folgende Mail der NPD zitiert, in dieser heißt es wörtlich „ ….daß wir das hier nicht für Jin/Jang und Azül machen, sondern für Kevin und Mandy (die ja wie wir wissen NPD wählen)“. Hier zeigt sich dass Problem für die Gesellschaft, und zugleich für die NPD. Mit diesem Personal wird ein auf die Jahreszahl beschränkter Wunsch eines gewissen österreichischen Braunhemdträgers zumindest wahr. Es wird mindestens 1000 Jahre dauern, gemeint ist allerdings nicht das Reich, sondern bis die NPD in einer demokratischen Gesellschaft mit derartigem Personal dauerhaft parlamentarisch Fuß fassen kann. Ob dabei ein Verbot das richtige Mittel ist oder nicht doch ein als V-Mann getarnter Sozialarbeiter für Kevin und Mandy, sei dahingestellt.



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