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NSA-Überwachungsaffäre: Google empört über US-Geheimdienst

Das Suchmaschinenunternehmen Google ist empört über die Spionage der NSA auf unternehmenseigenen Servern. Google fordert nun eine Reform der Gesetze zur Überwachung von Daten in den USA. Wörtlich teilte Google hierzu mit: “Wir sind aufgebracht darüber, wie weit die Regierung offenbar gegangen ist, um Daten aus unserem privaten Glasfaser-Netzwerken abzugreifen“. Die “Washington Post“ hatte zuvor Dokumente von Edward Snowden ausgewertet.

Demnach überwachen der US-Geheimdienst NSA sowie der britische GCHQ interne Verbindungen zwischen den Rechenzentren der Unternehmen Google und Yahoo. Dadurch ist es dem US-Geheimdienst möglich, hunderte Millionen von User-Daten mit zu lesen. Google ist aber offenbar schon länger darum bemüht, mögliche Spionageangriffe durch verschlüsselte Verbindungen zu verhindern.

Zahlreiche Google-Dienste betroffen

Wie die nun aufgedeckt in Geheimdokumente zeigen, waren insbesondere das Online-Büroprogramm Docs, der E-Mail-Dienst Gmail und der Google-Kartendienst Maps in den Dokumenten erwähnt. Wie die “Washington Post“ mitteilt, seien in den letzten 30 Tagen über 181 Millionen registrierte Daten aufgezeichnet worden. Dabei habe es sich um Textinhalte, Inhalte mit Tonaufnahmen sowie Videos gehandelt, so die “Washington Post“. Die NSA und der GCHQ betreiben hierzu ein besonders “aggressiv arbeitendes Tool“, das den Namen “Muscular“ trägt. Im Gegensatz zu Prism, werden in diesem Fall zahlreiche Daten nach besonders, für die Geheimdienste, interessanten Informationen ausgewertet. NSA-Chef Keith Alexander beteuert derweil, bei dem Sammeln von Daten die vorhandenen Gesetze nicht zu umgehen. Der Chef des US-Geheimdienstes dementierte entsprechende Berichte über das Ausspähen von Daten bei Google und Yahoo jedoch nicht. Die NSA rechtfertigt ihre Datensammelwut indes weiterhin mit dem Kampf gegen den Terrorismus.

USA seit 9. September 2001 nicht mehr wiederzuerkennen

Seit dem 9. September 2001 scheint bei den USA so etwas wie die von George Orwell in „1984“ beschriebene totale Überwachung von Bürgern nicht nur beschlossene Sache, sondern Realität zu sein. Problematisch hierbei ist jedoch, dass sämtliche Daten ausgewertet werden und nicht erst bei einem konkreten Verdacht die Daten angefordert werden. Insofern wird nahezu die gesamte Weltbevölkerung von den USA unter Terrorismus-Generalsverdacht gestellt. Das Land, das sich gegenüber der Welt als Hüter der Freiheit darstellt, stellt derzeit lediglich so etwas wie eine Realsatire dar. Die Leidtragenden sind indes die Internetnutzer weltweit. Auch die US-Unternehmen leiden zunehmend unter der Datensammelwut der NSA. So fürchten Unternehmen wie Google und Microsoft zunehmend Nutzer aus anderen Ländern zu verlieren. Sowohl Google wie auch Yahoo und Microsoft teilten dabei mit, dass sie keiner Regierung der Welt, die US-Regierung eingeschlossen, Zugang zu ihren Systemen auf freiwilliger Basis gewähren würden. Ob diese Beteuerung jedoch die Kunden beruhigt, darf bezweifelt werden.



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