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Olympia 2014/Biathlon: Überraschung bleibt aus – Schempp 6.

Am Ende fehlten Simon Schempp ganze 3 Millimeter beim Olympiasieg von Martin Fourcade im Biathlon, um sich eine Medaille zu sichern und so für eine Überraschung zu sorgen.

Bis zu seinem letzten Schuss legte der 25-jährige Schempp eine tolle Aufholjagd im Verfolgungsrennen in Sotschi hin. Doch sein letzter Schuss wurde zu seinem Verhängnis. Drei Millimeter entschieden schlussendlich über eine Medaille. Als 15. war Schempp ins Rennen gestartet – bis zu seinem letzten Schuss fanden alle Schüsse ihr Ziel.

Enttäuschung nach Fehlschuss

Schempp sagte später: „Ich habe gedacht, ich habe getroffen. Doch dann habe ich vorgeschaut und gesehen habe, dass die Scheibe schwarz geblieben ist. Da wusste ich, dass die Medaillen weg waren. Im Moment ist schon noch die Enttäuschung da, weil ich so nah dran war.“ Von Freude über einen dennoch beachtlichen 6. Platz keine Spur.

Ganz im Gegensatz dazu der fünfmalige Weltmester Fourcade. Nach dem entscheidenden Schießen ließ der Franzose alle seine Emotionen raus, drehte sich zu den Tribünen und jubelte ausgelassen über das sichere Gold. Gemütlich trudelte er über die Ziellinie, was nicht alle als sportlich fair empfanden. Fourcade selbst wollte von Arroganz oder gar Unsportlichkeit nichts wissen: „Ich habe mich mit dieser Geste bei meinen Fans bedankt.“

Altmeister Björndalen Vierter

Deutlich gewann der 25-Jährige mit einem Vorsprung von 14,1 Sekunden vor dem Tschechen Ondrej Moravec und seinem Team-Kollegen Jean Guillaume Beatrix. Altmeister und Sprint-Sieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen wurde Vierter.

Der stolze Franzose nach dem Rennen: „Das Olympia-Gold war mein Kindheitstraum. Wenn ich ein Boxer wäre, würde ich sagen, es war ein guter Kampf.“ Teamkollege und Bronze-Medaillengewinner Beatrix dazu: „Sein Lächeln sagte mehr als alle Worte.“ Für die Franzosen ein denkwürdiger Tag.

Ein denkwürdiger Tag für die Franzosen

Die deutschen Skijäger sind derweil von solchen Glanzzeiten weit entfernt. Mit drei Strafrunden kam Erik Lesser auf Platz 16. Der ehemalige Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer erlief einen enttäuschenden 19. Rang und Christoph Stephan kam als 43. ins Ziel. Peiffer meinte später dennoch: „Simon hat bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind.“ Und Schempp ergänzte: „Ich habe definitiv gemerkt, dass ich es auch nach ganz vorne schaffen kann. Das nehme ich mit.“

Bundestrainer Mark Kirchner bekam zwar Lob von DSV-Generalsekretär Pfüller für einen „Klasse-Auftritt des Quartetts“, stellte aber enttäuscht fest: „Leider gibt’s für den Wettkampf nichts. Aber wir haben gezeigt, dass wir vorne mitmischen können.“



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