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Olympia: Deutsches Team holt Silber in der Nordischen Kombination

Erneut mussten sich die Deutschen im Kampf um Olympisches Gold geschlagen geben. In einem packenden Dreikampf holte sich das Deutsche Team die Silbermedaille in der Nordischen Kombination.

Fast über die gesamte Distanz des Staffelrennens in der nordischen Kombinationen lieferten sich die Teams aus Österreich, Norwegen und Deutschland ein packendes Gefecht. Die Zuschauer warteten schon gespannt auf einen spannungsgeladenen Zieleinlauf. Es roch nach Foto-Finish. Doch es kam ganz anders.

Packender Zweikampf vor dem Stadion

Schon vor dem Stadion fand das heißeste Duell statt. Mit Stock und Ski beharkten sich Fabian Rießle und der österreichische Schlussläufer Mario Stecher. Doch als die beiden Kontrahenten dann hinter dem Norweger Jörgen Graabak ins Stadion einbogen, war es vorbei mit dem Zweikampf.

Vornweg lief Graabak, dahinter chancenlos Rießle. Kurz vor der Ziellinie konnte er sich noch einmal an den Norweger heransaugen, doch zu spät. Denn die Zielkurve war viel zu eng, um zu überholen.

Sicher brachte Graabak die Goldedalle für Norwegen nach Hause. Auch ein verzweifelter Tigersprung Rießles war erfolglos. Am Ende blieb es bei Silber.

Bundestrainer Herrmann Weinbuch kritisierte hinterher: „“Die Streckenführung ist unglücklich, das hätte man anders gestalten können. Dann wäre es auch für die Zuschauer interessanter gewesen, wenn beim Zielspurt auch was passiert wäre. So aber spielte sich das meiste vor dem Stadion ab.“

Entscheidender Fehler am letzten Anstieg

So machte der Bundestrainer auch die entscheidende Szene des Rennens schon vor dem Stadion aus, als Stecher am letzten Anstieg vom dritten Rang aus an Rießle vorbeizog.

„Da hätte er Platz zwei nicht hergeben dürfen, da muss er sich cleverer verhalten“, so Weinbuch über den aus seiner Sicht entscheidenden Fehler seines Schützlings an, der das deutsche Team vermutlich um die Goldmedaille brachte.

Für Rießle war es bereits der zweite folgenschwere Fehler während der Olympischen Spiele.

Am Dienstag, im Einzelrennen hatte Rießle seinen Teamkollegen Rydzek kurz vor dem Ziel aus der Kurze gedrängt und so sich, Rydzek und auch Björn Kircheisen um die Goldchance gebracht.

Keine Revanche der Superclowns

Hinterher mussten sich die Deutschen den Spott des Norwegers Magnus Moan gefallen lassen: „Superclowns“.

Besonders ärgerlich, dass sich das deutsche Team auch nicht in der Staffel für die fiesen Lästereien rächen konnte. Nach der neuerlich verpassten Goldmedaillen, haftet den deutschen Kombinierern inzwischen der Ruf der ewigen Zweiten an.

Letztmals konnte man sich 1988 durchsetzen. Danach hagelte es reihenweise Niederlagen, so wie auch zuletzt 2010 in Vancouver als Stecher Team Austria zur Goldmedaille führte.

Startläufer Eric Frentzel war nach seiner Erkrankung alles andere als enttäuscht: „Die Silbermedaille ist auf jeden Fall sehr wertvoll, bei der WM im letzten Jahr waren wir mit dem 6. Platz viel weiter weg.“

Weinbuch kündigt Abschied an

Verabschieden müssen sich die Fans der Nordischen Kombination aller Voraussicht nach vom Gesicht der Nordischen Kombination in Deutschland, Von Bundestrainer Weinbuch: „“Ich glaube nicht, dass ich 2018 noch dabei bin“, so der 53-Jährige.



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