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Olympia: Höfl-Riesch holt Silber im Super-G

Nach der misslungen Abfahrt, war Maria Höfl-Riesch beim Super-G wieder in der Erfolgsspur. Bei strahlendem Sonnenschein in Krasnaja Polanja fuhr sie die Silbermedaille ein.

Bester Laune war Maria Höfl-Riesch nach dem Gewinn der Silbermedaille. Nichts zu spüren von Enttäuschung über die verpasste Goldmedaille im Super-G. Scherzhaft sagte sie: „Ich habe noch einen kleinen Haken eingebaut, damit es nicht schon wieder Gold wird.“ Ein kleiner Fehler im Zielhang brauchte sie um ihren insgesamt vierten Olympiasieg.

Kurz vor der Aufgabe

Bis kurz vor Schluss lag Höfl-Riesch noch vor Anna Fenninger aus Österreich. Dann kam der verhängnisvolle Fehler. Beim Sprung flog sie zu weit und verlor die Ideallinie. Höfl-Riesch schilderte den Moment wie folgt: „Ich bin fast stehengeblieben. Ich dachte mir: Oh nein, die Sekunden laufen dahin.“

Kurze Zeit dachte sie sogar daran das Ende aufzugeben. Die Medaillen schienen unerreichbar. Doch dann sagte sie sich: „Na gut, dann fahre ich eben ins Ziel.“ Was sie dann sah konnte sie kaum glauben, was sie auf der Anzeigentafel erblickte: Platz Zwei.

Überschwänglich die Freude über die tatsächlich gewonnene Silbermedaille. Immer wieder riss sie jubelnd die Arme hoch. Völlig egal war Höfl-Riesch, dass sie ohne den schweren Patzer Doppel-Olympiasiegerin geworden wäre. Die Freude über die überraschend gewonnene Silbermedaille überwog. „Ich trauere Gold nullkommanull nach“, sagte sie und fügte hinzu: „Endlich eine Silbermedaille von insgesamt zehn. Die fehlte mir noch in meiner Sammlung.“

Mit der gewonnenen Silbermedaille im Super-G überholte Höfl-Riesch Katja Seizinger als erfolgreichste deutsche Skifahrerin. Würde man auch noch die Weltmeisterschaften hinzu zählen, dann wäre Höfl-Riesch mit zehn Medaillen ohnehin längst die deutsche Nummer 1 in der Hall of Fame des Skisports.

Verpatzte Abfahrt als Motivation

Eigentlich war Höfl-Riesch mit dem Ziel eine Medaille in der Abfahrt zu holen nach Sotschi gereist. Das misslang am vergangenen Mittwoch gründlich. Deutlich abgeschlagen landete sie auf Platz 13.

Die missratene Abfahrt diente Höfl-Riesch aber auch gleichzeitig als Ansporn. Im Training gab sie mächtig Gas, was auch Bundestrainer Tom Stauffer nicht entgangen war: „Sie hat gestern gut trainiert und stand gut auf dem Ski. Deshalb hat uns die Medaille nicht so sehr überrascht, wir waren relativ zuversichtlich.“

Völlig verändert präsentierte sich Höfl-Riesch im Super-G. Sportdirektor Wolfgang Maier dazu: „Sie ist eine Wundertüte, sie kann von einem Tag auf den anderen ihre Performance ändern und überrascht auch uns immer wieder.“

Kuriose Szenen spielten sich zu Beginn des Rennens ab. Gleich mehrere Ausfälle sorgten für Verunsicherungen bei den Läuferinnen. Insgesamt schieden acht der ersten elft Starterinnen aus. Am Streckenrand versammelten sich die Gescheiterten.

Viele Läuferinnen scheiterten am Zielhang

Fast allen Läuferinnen wurde der Zielhang, an dem auch Höfl-Riesch gepatzt hatte, zum Verhängnis.

Der ausgeloste Kurssetzer, ein Österreicher, hatte im unteren Abschnitt einen drehenden Kurs gewählt, um der technisch starken Anna Fenninger einen Vorteil zu verschaffen. Mit Erfolg. Nach der Goldmedaille 2011 bei der WM, konnte sich die Salzburgerin nun auch zur Olympiasiegerin krönen.

Auch Höfl-Riesch zog den Hut vor der Siegerin: „Sie hat das runtergebracht, was sie kann. Sie fährt einfach technisch wahnsinnig gut.“



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