Sport

Olympia: Lesser holt Silber im Biathlon Einzelrennen

Zweiter im Einzelrennen über die 20 Kilometer. Nur der Franzose Martin Fourcade war schneller als Erik Lesser. Überglücklich und voller Stolz widmete Lesser die Silbermedaille seinem Opa.

Für die deutschen Skijäger war die Silbermedaille von Lesser auch gleichbedeutend mit einem Befreiungsschlag. Sportdirektor Thomas Pfüller nach dem Rennen: „Das war unheimlich wichtig für die ganze Mannschaft. Jetzt ist der Druck weg.“

Bundestrainer Kirchner überglücklich

Besonders gefreut hat sich Lesser über den emotionalen Ausbruch des sonst eher beherrschten und konzentriert wirkenden Bundestrainers, der auch ein paar Freudentränen vergoss: „Das finde ich prima. Irgendwann musste es ja auch bei ihm Mal sein.“ Selten hat man Kirchner so bereit jubeln sehen. Nicht einmal seine eigenen Erfolge hatte Kirchner so überschwänglich gefeiert. Zufrieden stellte der Bundestrainer fest: „Da ist auch ein bischen Genugtuung dabei, dass vielleicht ein paar Dinge mal realistisch gesehen werden. Im Biathlon liegen nun mal Sieg und Niederlage ganz nah beieinander.“

Zwischen Trainer und Athlet stimmt es, sehr sogar. Demonstrativ spielten sich die beiden nach dem Rennen die Bälle zu: „Wir müssen das echt verbieten, diese Medaillenspiegel aufzustellen. Wir haben die Silbermedaille gewonnen, und nicht irgendwelche anderen, die denken, sie müssen Medaillen zählen“, kritisierte Lesser die öffentliche Meinung und Stimmungsmache. Massen standen die deutschen Ski-Jäger nach den ersten vier medaillenlosen Rennen in der Kritik.

Nachdem Lesser auch mit seinem 20. Schuss einen Volltreffer landete, gab er in der Loipe alles. Zu Gold reichte es nicht mehr. Aber Silber und damit die 60. Medaille der deutschen Biathleten überhaupt. Der Russe Jewgeni Garanitschew wurde Dritter.

Lesser widmet Großvater die Silbermedaille

Lesser machte es seinem Bundestrainer nach. Und zwar genau 22 Jahre nach dieser die Silbermedaille in Albertville gewann. Mit der Silbermedaille konnte Lesser auch seinen Opa übertreffen, der 1970 bei der nordischen Ski-WM mit der Staffel der damaligen DDR Silber holte. Stolz sagte Lesser nach dem Rennen: „Mein Opa ist mein Held. Sicherlich wird er sich zu Hause wie ein Schnitzel freuen.“ Und dann ergänzte Lesser mit Blick auf seinem anderen 93 Jahre alten Großvater: „Er hat versprochen, dass er durchhält, bis ich meine erste Olympia-Teilnahme geschafft habe. Jetzt habe ich ihm das Durchalten versilbert.“

Insgesamt wusste die deutsche Mannschaft zu überzeugen. Daniel Böhm wurde starker Zehnter. Simon Schempp landete auf Platz 16. Bede handelten sich jeweils eine Strafminute ein. Zwei Fehlschüsse leistete sich Andreas Birnbacher. Rang 22 in seinem ersten Rennen in Sotschi.

Kirchner noch einmal: „Alle vier haben ein richtig gutes Rennen gemacht.“



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