Sport

Olympia: Rießle holt Bronze in der Kombination

Während Fabian Rießle zu einem Freudensprung über die gewonnen Bronze-Medaille ansetzte, trauerten Björn Kircheisen und Johannes Rydzek der verpassten Medaille hinterher.

Dramatische Szenen – Gold verschenkt

Dramatik pur spielte sich auf der Piste ab. Dabei gaben die deutschen Nordischen Kombinierer leichtfertig die zweite Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi aus der Hand und zogen damit den Unmut von Bundestrainer Hermann Weinbruch auf sich: „Wir hatten eine Riesenchance, ein ganz großes Ding zu ziehen. Deshalb tat es ein wenig weh, auch wenn ich mich für Fabian sehr freue“, so Weinbuch.

Frentzel geht die Puste aus

Wenig überraschen konnte den Bundestrainer, dass Eric Frenzel beim Doppelsieg der Norweger durch Jörgen Graabak und Magnus Moan die Kräfte mit fortschreitender Renndistanz verlor. Damit hatte der Bundestrainer im Vorwege bereits gerechnet. Was den Bundestrainer allerdings ärgerte war die Tatsache, dass Kircheisen viel zu früh attackierte und Rießle zu allem Überfluss auch noch den Teamkollegen Rydzek über den Haufen rannte. Wehmütig stellte Weinbuch fest: „Schade, dass wir da eine Medaille hergeschenkt haben.“

Auch bei Rießle wollte sich zunächst keine Freude über den erkämpften dritten Rang einstellen. Direkt hinter der Ziellinie wurde er von Teamkollege Rydzek abgefangen und zur Rede gestellt. „Da kommen in der ersten Emotion natürlich die Gefühle hoch. Es ist natürlich ärgerlich, dass nur ich auf dem Podium stand. Es wäre cool gewesen, wenn die anderen auch dort gelandet wären. Aber es gibt keinen Stress. Alles ist wieder gut“, beteuerte Rießle.

Später konnte er dann doch noch den größten Erfolg seiner Karriere feiern. Vergessen der unglückliche Zwischenfall bei dem Rydzek zu Fall kam. „Ich bin absolut happy. Das ist das größte Märchen, das ich je erlebt habe“, Rießle glücklich.

Konzentration auf Mannschafts-Wettbewerb

Rießle schilderte die Situation noch einmal aus seiner Sicht: „Es war halt eng wie Sau, aber es hat keiner absichtlich gemacht.“ Und Rydzek ergänzte: „So schnell geht’s im Sport. Die Emotionen sind groß gewesen, die Enttäuschung auch. Er konnte ja nicht wirklich etwas dafür.“ Später nahmen sich dann die beiden Streithähne auch wieder in den Arm und feierten zusammen. Rydzek, der am Ende Achter wurde: „Abhaken und nach vorn sehen, in zwei Tagen wollen wir mit der Mannschaft auf das Treppchen. Heute Abend trinken wir ein Versöhnungsbier und dann wird nach vorn geschaut.“

Nicht so einfach das Rennen abhaken konnte Kircheisen, der weinend in der Box saß. Anderthalb Kilometer vor dem Ziel hatte er sich abgesetzt. Der Routinier: „Ich habe meine Chance gerochen, gewinnen zu können. Auf den letzten 300 Metern ist mir etwas die Luft ausgegangen, ich war übersäuert. Ich war so oft ganz nah dran und nun bin ich wieder Vierter. Es sollte nicht sein, das ist so bitter.“

Falsche Taktik bei Kircheisen

Bundestrainer Weinbuch war alles andere als einverstanden mit der von Kircheisen gewählten Taktik. Enttäuscht meinte der Coach: „Björn hat zu früh angegriffen. Er hat sich wieder einmal taktisch nicht im Zaum gehabt. Wenn er noch 500 Meter wartet, gewinnt er. Ich habe versucht, ihn zu bremsen, aber das ist sein Naturell.“

Überlegen siegte Eric Frenzel mit einem Sprung auf 139,5 Metern von der Schanze. Doch in der Loipe wurde schnell offensichtlich, dass er meilenweit weg von seiner Bestform ist. Die Virusinfektion steckte ihm noch in den Knochen. Der Olympiasieger von der Normalschanze konnte am Ende nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen und wurde Zehnter. „Es war positiv, dass ich durchgehalten habe. Jetzt sind die Rohre wieder frei für den Mannschafts-Wettkampf am Donnerstag, da wird wieder angegriffen“, so der zweimalige Weltmeister.



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