Konjunktur

Opel Bochum: Gehen bald doch die Lichter im Bochumer Werk aus?

Bochum ist vor einigen Jahren durch den Weggang von Nokia arg gebeutelt worden. Nun droht mit Opel ein noch viel größeres Fiasko. Sollte das Opel-Werk in Bochum schließen, droht einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt auszufallen. Die Aussichten für die Stadt sind in diesem Fall katastrophal. Es droht die rote Laterne aus der Nachbarstadt Gelsenkirchen zu übernehmen, was die Arbeitslosenstatistik betrifft.

Bochumer Opel-Beschäftigte sind sauer auf Management

Das Opel-Management gab noch vor Kurzem das Versprechen ab, die Opel-Zafira-Fertigung bis zum Jahre 2016 in Bochum zu belassen. Unter der Voraussetzung des weiteren Lohnverzichts versteht sich. Beschäftigte des Bochumer Opel-Werkes lassen daher ihrer Wut auch freien Lauf, als sie zur Frühschicht kommen.

Einer der Beschäftigten sagte gegenüber der Presse: „Wir sollen schon wieder bluten“. Aufgrund der Sanierungsgespräche zwischen Betriebsrat und Management wurde die von der IG Metall durchgesetzte Tariferhöhung von 4,3 Prozent für die Bochumer Opelaner vorerst außer Kraft gesetzt. Die Standortgarantie bis 2016 bedeutet letztlich das endgültige Aus ab 2017.

Derzeit sei keine weitere Fertigung ab 2017 im Bochumer Werk vorgesehen, heißt es. Gewerkschaftsvertreter definieren das „großzügige Angebot“ des Managements denn auch wie folgt. „Vier Jahre verzichten für zwei Jahre länger arbeiten“. Andere Opelaner sehen die Gnadenfrist mit Galgenhumor. So seien wenigstens wieder zwei Jahre für die Rentenkasse angesammelt, sagt einer der Beschäftigten sinngemäß.

Politiker können nur moralisch helfen

Die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) kann indes nur Appelle an die Opel-Verantwortlichen und das GM-Management richten. Auch Hannelore Kraft, NRW-Ministerpräsidentin (SPD), versucht zumindest moralisch unterstützend zu wirken. Mehr kann sie letztlich auch nicht bewirken.

Neben dem Prinzip Hoffnung bleibt der Politik jetzt allerdings bis 2017 Zeit die Weichen für einen Beschäftigungspakt zu schnüren. Dieser sollte allerdings jetzt bereits geplant werden, 2017 ist es für die Betroffenen und auch die örtlichen Betriebe, die dann von den Konsumeinbrüchen betroffen sein werden (weil die Kaufkraft der Opel-Beschäftigten einbricht), jedenfalls zu spät.



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