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Opel Bochum: Werk schon 215 dicht?

Opel Bochum: Ursprünglich sollte das Opel Werk in Bochum erst 2016 schließen. Nun droht die Schließung bereits ein Jahr früher. Das Management von General Motors will zusätzliche Einsparungen erzielen und erhöht den Druck auf die Beschäftigten. Erst im Dezember hatte der Mutterkonzern General Motors (GM) die Schließung für das Werk in Bochum beschlossen. Die Schließung sollte ursprünglich im Jahr 2016 umgesetzt werden. So würden den Beschäftigten noch knapp drei Jahre verbleiben, um sich nach einer anderen Arbeitsstelle umzusehen. Nun erhöht GM jedoch den Druck auf das Tochterunternehmen Opel.

Stephen Girsky: Einigung noch im Februar erzielen

Demnach müsse noch im Februar eine Einigung mit der IG Metall und dem Betriebsrat über weitere Kosteneinsparungen erzielt werden, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Opel AG, Stephen Girsky. Girsky spricht in seinem Brief an die Belegschaft davon, dass der Standortsicherungsvertrag bereits Ende 2014 ausläuft. Die Schließung des Werkes könne somit bereits am 1. Januar 2015 Realität werden. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Opel AG machte auch deutlich, dass die Lage auf dem europäischen Automobilmarkt katastrophal sei.

Opel Zafira: Keine Produktion des Nachfolgemodells in Bochum

Zudem betonte er, dass es illusorisch sei, dass sich der Markt schnell wieder erholen würde. Girsky hob hervor, dass das Management nicht von dem Beschluss der Schließung des Bochumer Werkes abrücken werde. Auch wie von einigen Arbeitnehmervertretern vorgeschlagen, käme eine Produktion des Nachfolgemodells des Opel Zafira, nämlich der „Opel Mokka“ in Bochum nicht infrage. General Motors hatte den Beschäftigten zunächst angeboten, über die Verhinderung betriebsbedingter Kündigungen bis zum Jahr 2016 zu verhandeln.

Im Gegenzug dazu sollten die Arbeitnehmer jedoch bereit sein, die endgültige Schließung des Bochumer Werkes in Kauf zu nehmen. Derweil betonte die IG Metall ihre Kampfbereitschaft für den Erhalt des Automobilstandorts Bochum. Weil die IG-Metall dem Unternehmen Opel die in der Automobilindustrie ausgehandelte Gehaltserhöhung von 4,3 Prozent zunächst gestundet hatte, könnte es nun gut sein, dass die Gewerkschaft das Geld zurückfordert. Opel ist genau wie andere Automobilhersteller in Europa von den massiven Einbrüchen der verkauften Automobile in Westeuropa betroffen.

Zweiter harter Schlag für Bochum seit 2008

Zwischenzeitlich hat General Motors das aufkommende Gerücht dementiert, dass Opel an Peugeot verkauft werden könnte. Neben den 3200 Bochumer Beschäftigten hängen auch Zulieferbetriebe und die örtliche Gastronomie als Wirtschaftsfaktor an dem Bochumer Werk. Die Schließung von Opel Bochum hat somit Auswirkungen auf die gesamte Stadt im Ruhrgebiet.

Für Bochum stellt die Schließung des Opel-Werkes bereits den zweiten harten Schlag dar. 2008 schloss Nokia das Werk in Bochum. Auch damals verloren zahlreiche Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Opel Bochum gehört neben der Ruhr-Universität zu einem der größten Arbeitgeber der Ruhrgebietsstadt. Wie viele der betroffenen Beschäftigten in den Vorruhestand gehen oder eine Abfindungslösungen in Kauf nehmen, ist derweil noch unbekannt. Auch ist derzeit nicht klar ob eine Auffanggesellschaft oder ein Sozialplan für die Beschäftigten ausgehandelt wird.



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