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Opel in Bochum wird 2016 dicht gemacht

Opel in Bochum wird im Jahr 2016 die Produktion des Zafira einstellen. Dies kündigte der Vorstand des Opel-Konzerns am Montag auf einer Betriebsversammlung mit. Thomas Sedran, Vize Vorstandsvorsitzender von Opel gab als Begründung den dramatisch eingebrochenen Automobilmarkt in Westeuropa und die dadurch entstandenen Überkapazitäten an.

Die Schließung des Opel-Werks in Bochum stellt die Schließung des ersten deutschen Automobilwerkes in Westeuropa im Zuge der zunehmenden Automobilabsatzkrise dar. Weil insbesondere in den südeuropäischen Staaten kaum neuer Autos verkauft werden, gerät zunehmend die gesamte Automobilindustrie in Bedrängnis. Hinzu kommen gravierende Fehler des Managements in den vergangenen Jahren. Derweil reagierten die Bochumer Beschäftigten empört. Auf der Betriebsversammlung kam es teilweise zu tumultartigen Zuständen.

NRW-Landesregierung fordert Perspektiven für Opel-Beschäftigte

Der Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug gab an, die Verhandlungen mit dem Opel-Management über den Erhalt möglichst vieler der bedrohten Arbeitsplätze in Bochum weiter fortsetzen zu wollen. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung schaltete sich in den Fall ein. Sie verlangte für die Beschäftigten Perspektiven. Derweil gab der Opel Aufsichtsratschef Steffen Girsky bekannt, “eine signifikante Zahl“ an Stellen im Lagerbereich in einer möglichen Komponentenfertigung in der Ruhrgebietsstadt erhalten zu wollen.

Als Hauptarbeitgeber der Region

Ob es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird, soll zudem noch mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden. Das Opel-Werk in Bochum wurde in den vergangenen Jahren mehrfach verkleinert. Trotzdem gilt Opel im strukturschwachen Ruhrgebiet als einer der Hauptarbeitgeber. Bereits im nächsten Jahr soll das Getriebewerk mit rund 300 Beschäftigten dichtgemacht werden. In Deutschland beschäftigt Opel in den Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach sowie Kaiserslautern etwa 20.000 Mitarbeiter.

15 Standorte europaweit in Gefahr

In Gesamt-Europa beträgt die Anzahl der Mitarbeiter von Opel knapp 40.000. Bereits im Juni kündigte Opel an, Bochum eine Frist bis zum Jahr 2016 zu gewähren. Auch andere Autohersteller haben ähnliche Probleme. So hat Ford beispielsweise in Belgien und Großbritannien die Schließung dreier Werke mit insgesamt 5700 Mitarbeitern angekündigt. Auch Peugeot würde am liebsten das Werk in der Nähe von Paris schließen. Die französische Regierung verhinderte dies bislang jedoch.

Derweil halten Experten in ganz Europa 15 Automobilstandorte für gefährdet. Opel klagt seit längerem über eine Absatzkrise. Insbesondere seit der Übernahme durch General Motors scheint es mit der Traditionsmarke weiter bergab zu gehen.

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Viele Mitarbeiter des betroffenen Opel-Werks in Bochum klagen derweil über fehlende Zukunftsperspektiven. Viele sehen sich bereits als zukünftige Hartz IV-Empfänger. Seit der Kohlekrise und der Schließung der Bergwerke gelten Teile des Ruhrgebietes als Region mit der höchsten Arbeitslosenquote in Deutschland.Insbesondere die Nachbarstadt Gelsenkirchen klagt über eine sehr hohe Arbeitslosenquote.. Opel war auch für viele Gelsenkirchener der Arbeitgeber.

 



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