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Orkan Xaver: Wie schlimm wird er wirklich?

Die ersten Ausläufer des Orkans „Xaver“ haben die Küsten Deutschlands erreicht. Noch am Vormittag lag das Tiefdruckgebiet über den schottischen Shetland-Inseln. Dabei wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h gemessen. Nach Berechnungen der Meteorologen soll „Xaver“ knapp anderthalb Tage lang über Norddeutschland hinweg ziehen.

Der Grund für die lange Dauer des Orkans ist die ausgedehnte Breite des Orkantiefs. Dieses weist berechnete Größe von knapp 800 Kilometern auf. Der Orkan „Xaver“ ist damit nach „Christian“ bereits der zweite schwere Sturm seit Oktober. Die Küsten indes rüsten sich für den Abend.

Hochwasser in Hamburg für den Donnerstagabend erwartet

Dann werden zwischen drei und vier Sturmfluten erwartet. Die erste Sturmflut errechnete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie für Nordfriesland mit einer Höhe von 2,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser. Für Hamburg werden zwischen drei und vier Sturmfluten mit Wasserständen von 2,50 Meter bis zu vier Meter über dem Mittleren Hochwasser für den frühen Freitagmorgen erwartet. Die Situation ist vergleichbar mit der im Jahre 1962. Da jedoch in den Küstenschutz und in die Erhöhung der Deiche seitdem beträchtliche Beträge geflossen sind, dürften sich die Auswirkungen für die Menschen, verglichen mit der damaligen Situation, in Grenzen halten. Berechnungen von Computermodellen haben ergeben, dass der Orkan „Xaver“ deutlich stärker sein soll, als ursprünglich gedacht.

Monster-Böen in Schottland toben mit bis zu 250 km/h

In Schottland gab es teilweise so genannte Monster-Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. In Einzelfällen wird für den Norden Schleswig-Holsteins mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h gerechnet. Das Besondere an „Xaver“ ist die Tatsache, dass der Sturm fast anderthalb Tage wüten wird. Dabei dürften die auftretenden Schäden deutlich größer sein als beim Orkan „Christian“. Dies gilt allein schon deshalb, weil sowohl Häuserdächer wie auch Bäume der physikalischen Kraft des Windes für einen längeren Zeitraum ausgesetzt sind als beim Orkan im Oktober. Zahlreiche Städte im Norden haben bereits erste Vorkehrungen für die kommenden Stunden getroffen.

Universität Kiel stellt Betrieb ein: Zahlreiche Weihnachtsmärkte im Norden bleiben geschlossen

So hat die Christian-Albrechts-Universität in Kiel den Betrieb ab 12:00 Uhr mittags sowohl für Mitarbeiter wie auch für Studenten komplett eingestellt. An den Schulen in Schleswig-Holstein fällt der Unterricht auch am morgigen Freitag komplett aus. Zahlreiche Inselfähren haben den Betrieb zwischenzeitlich eingestellt, die Insel Helgoland ist damit beispielsweise völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Gleiches gilt für die zahlreichen Halligen. Diese wurden bereits gestern mit Nahrungsmitteln versorgt. Auch die Deutsche Bahn rüstet sich für die kommenden Stunden. Dort wurde zusätzliches Personal rekrutiert, um blockierte Gleise oder Hochspannungsleitungen freizumachen.

Die Weihnachtsmärkte in Lübeck, Kiel und Hamburg werden am Donnerstag komplett geschlossen.

Erstes Orkan-Todesopfer in Schottland

In Schottland hat es derweil ein erstes Todesopfer gegeben. Dort starb ein Lkw-Fahrer. Dieser kippte durch eine Windböe mitsamt Fahrzeug um. Vier Menschen wurden leicht verletzt als der Lkw auf die Autos fiel. Derweil warnt die Polizei davor, dass ähnliche Zwischenfälle auch in Deutschland möglich sein könnten. Im Norden Schottlands hat der Orkan derweil knapp 100000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.

Klimawandel sorgt für zunehmende Wetterextreme

Auch der Flugverkehr wurde im Norden zu weiten Teilen vorsorglich in großen Teilen eingestellt. Betroffen sind auch die skandinavischen Länder und die Niederlande. Auch dort werden zahlreiche Flüge ausfallen. Im weiteren Tagesverlauf soll auch Mitteldeutschland und Süddeutschland betroffen werden. Die Windgeschwindigkeiten werden dort jedoch „nur bis zu 100 km/h“ betragen. Derweil fragen sich immer mehr Experten, ob die zunehmenden Wetterextreme erste Auswirkungen des um sich greifenden Klimawandels sind. Zahlreiche Klimaforscher sehen diese These zwischenzeitlich als bestätigt an. Insofern dürften sich auch Länder Mitteleuropas zukünftig auf weitere Wetterextreme einstellen.



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