Gesundheit

Parodontose für Arteriosklerose verantwortlich?

Amerikanische Wissenschaftler haben nun in einer Studie herausgefunden, dass Patienten die unter chronischer Parodontose leiden, im Alter häufiger an Arterienverkalkung, auch als Arteriosklerose bekannt, erkranken. Parodontitis verursacht tiefe Taschen im Zahnfleich des Patienten.

Parodontose wird durch Bakterien verursacht und greift die Kieferknochen, die Zähne sowie das Zahnfleisch an. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden ist für Menschen, die unter chronischer Parodontose leiden, ebenfalls stark erhöht.

Zusammenhang von Parodontitis und Arteriosklerose

Dass es einen Zusammenhang zwischen chronischer Parodontose und Arteriosklerose gibt, wurde erstmals von Medizinern aus den USA bewiesen. Aus diesem Grund machen Ärzte darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Parodontose rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen. Durch die Studie konnten die Wissenschaftler belegen, dass sich nach einer erfolgreichen Behandlung der Parodontose die Verkalkung der Arterien verlangsamte.

Die Schädigung und Zerstörung der Blutgefäße wird durch das Ausbreiten der auslösenden Bakterien der Parodontose im Organismus herbeiführt. Ärzte betonen, dass nur durch eine frühzeitige Parodontose-Behandlung das Ausbreiten der Bakterien im gesamten Organismus gestoppt werden kann.

Studie belegt erstmals Ursache und Wirkung

Der Forscher der New Yorker Columbia University Moïse Desvarieux betonte, dass die Studie den bisher eindeutigsten Nachweis erbrachte, dass Parodontitis im gesamten menschlichen Organismus Entzündungen und andere Schädigungen verursacht.

Die Bakterien, die bei Parodontose im Mund gebildet werden, breiten sich über die Blutgefäße im gesamten Organismus aus. Die Abwehrreaktionen des Immunsystems beim Eindringen der Bakterien in die Blutgefäße begünstigen unglücklicherweise die Verkalkung der Arterien des Menschen.

Studie mit 420 Versuchspersonen

Die Studie wurde mit 420 Männern und Frauen mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 68 Jahren über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt. Insgesamt wurden von den Medizinern aus den Zahntaschen der Parodontose-Patienten 5.008 Proben entnommen und im Labor mit DNA-Tests auf das Vorhandensein von elf Bakterienarten, welche an der Entstehung von Parodontose und weiteren Zahnerkrankungen beteiligt sind, untersucht. Zusätzlich wurden bei den Teilnehmern der Studie Ultraschallmessungen an den beiden Halsschlagadern durchgeführt.

Dadurch konnten die Wissenschaftler Veränderungen der Wanddicke der Blutgefäße und somit das Fortschreiten der Arterienverkalkung exakt dokumentieren. Weitere relevante Faktoren, zum Beispiel das Körpergewicht, das Geschlecht, das erreichte Lebensalter, der Cholesterinspiegel, der Blutdruck sowie Diabetes und der Genuss von Alkohol und Nikotin wurden bei der Auswertung der Studie ebenfalls von den Medizinern berücksichtigt.

Mundhygiene wichtiger für die Gesundheit als angenommen

Im Verlauf der Studie konnten die Ärzte eindeutig feststellen, dass zwischen der Verbesserung der Mundgesundheit und der Verengung der Halsschlagadern ein Zusammenhang besteht. Je nachdem, wie erfolgreich die Parodontitis behandelt werden konnte, betrug der Unterschied der Wanddicke der Halsschlagadern bei den freiwilligen Probanden bis zu 0,1 Millimeter.

Bereits in früheren Studien wurde mehrfach der Nachweis erbracht, dass zwischen dem Grad der Verkalkung der Blutgefäße und dem Herzinfarkt-Risiko ein Zusammenhang besteht. Schon geringe Erfolge bei der Behandlung von Parodontose wirken sich positiv auf verkalkte Arterien aus.

Risiko für Herzinfarkt bei Parodontose bis dreifach höher

Da für Patienten, die an Arterienverkalkung leiden, das Herzinfarkt-Risiko um das zwei- bis dreifache höher ist, wollen die Forscher an der Columbia Universität in den USA die Studie fortführen, um herauszufinden, ob sich nach einer erfolgreichen Behandlung von Parodontitis auch das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, für die Testpersonen ändert.

Um einen Zusammenhang ermitteln zu können, werden Ultraschallmessungen bei den Teilnehmern vorgenommen, um klinisch relevante Forschungsergebnisse erzielen zu können.

Damit erlangt auch die Zahnprophylaxe bzw. die professionelle Zahnreinigung einen neuen Stellenwert. Mit einer regelmäßig Reinigung und empfohlener Mundhygiene kann den Studienergebnissen nach die Gesundheit signifikant verbessert und Herz- Kreislauferkrankungen vorgebeugt werden.



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