Technik

pCell soll Mobilfunk revolutionieren

Ein US-Millionär will Smartphone- und Tabletnutzern durch eine spezielle Mobilfunktechnologie das schnellere Surfen im mobilen Internet ermöglichen.

Durch seine Erfindung namens pCell soll jedem Nutzer eine eigene Funkzelle zur Verfügung gestellt werden.

Bisher müssen sich mehrere Nutzer eine Funkzelle teilen, wodurch es meist nicht möglich ist, mit der vollen Bandbreite zu surfen.

Mobilfunk soll revolutioniert werden

Steve Perlman ist von seiner Erfindung überzeugt, wie er in einer Pressemitteilung seiner Firma Artemis Networks erklärte. pCell sei nicht weniger als ‚die Neuerfindung drahtloser Technologie‘.

Durch die neue Mobilfunktechnologie solle der Mobilfunk revolutioniert werden. Überlastete Netze seien künftig nicht mehr zu befürchten, da jeder Nutzer eine eigene Verbindung bekomme und stets mit der vollen Bandbreite im mobilen World Wide Web surfen könne.

Große Klappe und nichts dahinter?

Perlman wird von der Konkurrenz sehr ernst genommen. Im Silicon Valley ist er bekannt. Bei Apple war er zum Beispiel an der Entwicklung der Multimedia-Technologie Quicktime beteiligt.

Seine Firma WebTV Networks hat er für mehrere hundert Millionen Dollar an Microsoft verkauft. Daraufhin gründete er den Online-on-demand-Videospieldienst OnLive, der jedoch nicht von Erfolg gekrönt wurde.

Perlman besitzt etwa hundert Patente, die ihm unter anderem zu seinem Reichtum verholfen haben. Seine Idee für pCell gibt ihm also vermutlich Recht.

Perlman finanzierte Projekt selbst

Der Artemis-Chef finanzierte sowohl sein neues Unternehmen als auch die Entwicklung der pCell-Technologie selbst. Zuvor versuchte er dennoch Investoren für sich zu gewinnen, hatte dabei jedoch keinen Erfolg.

Funknetze stoßen an ihre Grenzen

Die Funknetze seien an ihre Grenze gekommen, schrieb Artemis Networks in einer Pressemitteilung. Dem Bedarf der Smartphone-User könne man durch die Verwendung von mehr Frequenzen, die Verkleinerung der Funkzellen und neue Techniken nicht mehr gerecht werden.

Perlmans Plan ist, dass sich die Nutzer nicht nur mit einem Funkmast verbinden sollen, sondern sich die Smartphones und Tablets in pCell-Netzen mit mehreren Funkstationen gleichzeitig verbinden.

Durch komplexe Berechnungen würde es dadurch möglich, jedem Nutzer eine eigene Funkzelle zur Verfügung zu stellen. Diese wird als pCell oder Personal Cell bezeichnet.

Verschiedene Geräte unterstützen diese Technologie bereits

Das Samsung Galaxy S4 und das Apple iPhone 5s sollen diese Technologie bereits unterstützen. Bei der Bereitstellung einer einzelnen Funkzelle wird es jedoch sehr schwer, die Zelle aktiv zu halten, wenn der Nutzer sich mit seinem mobilen Endgerät bewegt.

Der Datenverkehr muss außerdem so geregelt werden, dass jedes Datenpaket nur einem einzelnem Gerät zugeordnet wird.

So komplex diese Aufgabe auch erscheint – mit pCell soll sie gelöst werden. Hierfür ist jedoch in allen Orten, in denen die Mobilfunktechnologie verwendet werden soll, ein Rechenzentrum erforderlich.

Jedes LTE-Gerät unterstützt pCell

Jedes Gerät, dass LTE unterstützt, soll laut Artemis Networks die pCell-Technologie nutzen können. Hier wurden unter anderem das Samsung Galaxy S4 und die neuesten iPhones genannt.

Innerhalb einer pCell soll es Nutzern möglich sein, mit der vollen LTE-Geschwindigkeit im Web zu surfen. Der Wechsel zwischen dem LTE-Netz und den pCell-Netzen soll automatisch vom Gerät vorgenommen werden.

Mobilfunknetze lassen sich leicht aufrüsten

Die Mobilfunkanbieter sollen ihre Mobilfunknetze leicht aufrüsten können, verspricht Perlman. Kleine Basisstationen ließen sich an nahezu jedem Ort montieren, so auch in Gebäuden. Die Kosten für die Aufrüstung des Netzes seien verhältnismäßig gering, erläuterte Perlman.

pCell wird bereits getestet

Die neue Mobilfunktechnologie wird derzeit von Artemis Networks mit verschiedenen Partnern in San Francisco getestet. Bis zum Jahresende soll die erste kommerzielle Installation in Betrieb genommen werden.

Perlman wollte jedoch nicht verraten, wo pCell zuerst genutzt werden kann. Ab 2015 solle dann in weitere Märkte investiert werden, hieß es.

 



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.