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Peer Steinbrück (SPD): Kanzlergehalt zu niedrig – Armut zu hoch

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) hält das Gehalt des Bundeskanzlers für zu niedrig. Mit der Aussage, dass „nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen mehr verdient als die Kanzlerin“, sorgte der SPD-Kanzlerkandidat für Unmut auch in den eigenen Reihen.

Die Aussage fiel in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.“ Altbundeskanzler Gerhard Schröder hingegen sieht das Gehalt des Bundeskanzlers als angemessen an und widersprach damit Steinbrück ausdrücklich.

Gehalt der Kanzlerin steigt auf 17016,16 Euro

Bereits vor Wochen geriet der SPD-Kanzlerkandidat in die Kritik, weil er mit bezahlten Vorträgen über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 1,2 Millionen Euro an Honoraren erhalten hatte. Interessanterweise befanden sich darunter auch Vortragshonorare, die durch die nordrhein-westfälischen Sparkassendirektoren ermöglicht wurden. Derzeit erhält die Bundeskanzlerin 16.085,91 Euro. Ab Januar 2013 steigt das Gehalt der Bundeskanzlerin um 200 Euro und erneut im März und August 2013. Das Gehalt der Bundeskanzlerin nach der mehrstufigen Erhöhung beträgt letztlich 17.016,16 Euro. Hinzu kommt eine steuerfreie Aufwandsentschädigung in Höhe von 1000 Euro monatlich. Da Bundeskanzlerin Angela Merkel zugleich auch Bundestagsabgeordnete ist, erhält sie zusätzlich die Hälfte der Abgeordnetendiäten.

Auch Bezahlung von Abgeordneten als zu niedrig kritisiert

Peer Steinbrück kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Bezahlung der Bundestagsabgeordneten. Er selbst ist Abgeordneter des Deutschen Bundestages. So recht Steinbrück auch mit seiner Aussage hat, so unsensibel kommt sie beim Wahlvolk an. Es entspricht in der Tat der Realität, dass ein Bundeskanzler im Vergleich zu einem Abteilungsleiter bei BMW oder der Deutschen Bank weitaus weniger verdient. In der Sache hat Steinbrück also durchaus recht. Was die Aussage jedoch an den Rand der Peinlichkeit drängt, ist die Tatsache, dass Steinbrück für eine Partei Kanzlerkandidat ist, die sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben hat.

Aussagen Steinbrücks zur Armut in Deutschland gehen unter

Insofern gehen die jüngsten Aussagen Steinbrücks in Bezug zu Parallelgesellschaften und Armut im Zuge der Honorar- beziehungsweise Kanzlergehaltsdebatten fast unter. Was die Presse nämlich kaum zitierte, ist die Tatsache, dass Steinbrück sich durchaus auch zur Lage der Armen im Land äußert. So kritisierte der SPD-Kanzlerkandidat eine große Anzahl schlecht bezahlter und befristeter Arbeitsplätze.

Durch die wirtschaftliche Unsicherheit würden viele Paare zudem keine Kinder bekommen. Die guten politischen Ansätze Steinbrücks dürften deshalb im Zuge der Debatte um das Kanzlergehalt und der Honorardebatten in den Hintergrund geraten. Steinbrück sollte insofern zukünftig auf die Zunge beißen, anstatt unbedachte und für die SPD schädliche Aussagen zu tätigen. Oder sollte Steinbrück das Kanzlergehalt tatsächlich im Nachhinein als zu niedrig betrachten und daher nunmehr alles tun, um den Job nicht zu bekommen?



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