Versicherung & Vorsorge

Pflege-Bahr: PKV sorgt sich um Bürokratie

Die privaten Krankenversicherer betrachten die neue private Pflegeversicherung, im Volksmund auch als „Pflege-Bahr“ bezeichnet, als Millionengeschäft. Trotz der zu erwartenden Gewinne ist die Branche der Privaten Krankenversicherer (PKV) nicht zufrieden, denn sie befürchtet einen erheblichen Bürokratieaufwand im Zusammenhang mit dem „Pflege-Bahr“. Aus diesem Grunde drängen die PKV-Versicherer darauf, dass die Rahmenbedingungen für die neue private Pflegeversicherung schnell festgelegt werden.

Volker Leienbach (PKV): Bürokratischen Aufwand gering halten

Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes, sagte im Rahmen der Jahrestagung der PKV in Berlin, dass die genauen Regelungen bis August vorliegen müssen, damit sich die einzelnen Versicherer darauf einstellen können. Leienbach forderte denn auch, dass die Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden müssen, dass der bürokratische Aufwand, der im Rahmen mit der staatlichen Förderung entsteht, möglichst gering bleibt. Nur in diesem Fall könne die Private Krankenversicherung entsprechend ansprechende und somit attraktive Produkte für die Kunden anbieten, so der PKV-Verbandsdirektor, Am letzten Freitag wurde die Pflegereform auf politischer Ebene beschlossen.

Pflege-Bahr: Fünf Euro monatlich als staatlicher Zuschuss

Demnach soll der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung monatlich mit fünf Euro gefördert werden. Im Gegenzug müssen sich die PKV-Versicherer dazu verpflichten, jeden Antragsteller ohne Gesundheitsprüfung und ohne die Erhebung von Risikozuschlägen aufzunehmen. Experten erwarten derweil, dass das Abweichen bisheriger Prinzipien der Wirtschaftlichkeitsberechnungen innerhalb der PKV zu deutlich teureren Versicherungen auf dem Markt führen könnte. Damit wäre aber die staatlich geförderte private Pflegeversicherung für den Einzelnen uninteressant, weil es ähnliche, nicht geförderte private Pflegeversicherungen bereits auf dem Markt gibt. Diese sind weitaus kostengünstiger.

Experten: Zweiklassengesellschaft in der privaten Pflegeversicherung erwartet

Experten erwarten daher zukünftig eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der privaten Pflegezusatzversicherung. Gesunde Personen könnten die nicht staatlich geförderte Pflegeversicherung wählen und somit eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, während kranke und von Pflege bedrohte Personen die staatlich geförderte und weitaus teurere Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung wählen müssten. Bereits im vergangenen Jahr hatte die PKV insgesamt 1,9 Millionen ungeförderte private Pflegeversicherungen in ihrem Bestand.

Reinhold Schulte (PKV): Fünf Euro knapp bemessen

Der Verbandsvorsitzende der PKV, Reinhold Schulte betrachtet daher auch die vom Staat vorgegebene Unterstützung von fünf Euro monatlich für sehr knapp kalkuliert. Schulte sagte, dass die Unternehmen der PKV nun prüfen würden, welche attraktive Angebote sie den Kunden im Rahmen der festgelegten Förderkriterien machen können.

Derweil zeichnet sich ab, dass die Politik einige Bedenken der PKV erhört. So scheint es für die Versicherungspolicen jedenfalls keine Zertifizierung zu geben, heißt es. Die private Pflegeversicherung geht auf eine Initiative der FDP-Bundestagsfraktion zurück. Jörg van Essen, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion sagte denn auch, dass es eine Verpflichtung sei, den Anteil der Kapitaldeckung auszubauen. Gemeint ist hiermit der Einstieg in eine Pflege und Krankenversicherung, in der der demografische Faktor keine Rolle mehr spielt.



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