Gesellschaft

Pharmaindustrie und GKV erreichen Einigung bei Arzneimittelrabatten

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung hat mit den pharmakologischen Herstellerfirmen 13 Arzneimittelrabatte ausgehandelt. Von 25 neu zugelassenen Medikamenten haben laut dem gemeinsamen Bundesausschuss 17 einen erweiterten und fünf ein erheblichen zusätzlichen Nutzen für die Patienten.

Nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz dürfen die Pharmahersteller die Preise für neue Arzneimittel lediglich nur noch für ein Jahr selber festlegen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich mit den Arzneimittelherstellern auf Rabatte für insgesamt 13 neu zugelassenen Medikamente geeinigt.

Grundlage für die Einigung war eine frühere Bewertung der Nutzen, die vom gemeinsamen Bundesausschuss jeweils durchgeführt wurde. Demnach wird ein neu in den Handel eingebrachtes Arzneimittel jeweils einer Vergleichstherapie gegenübergestellt. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bisher 25 derartiger Nutzenbeurteilungen durchgeführt. Demnach konnte in 17 Fällen ein zusätzlicher Nutzen für die Patienten festgestellt werden. In fünf Fällen wurde sogar ein beträchtlicher zusätzlicher Nutzen für die Patienten festgestellt.

Kritik an Verwendung von Generika zur Vergleichstherapie

Ursprünglich hatte der Gemeinsame Bundesausschuss lediglich bei jedem fünften neu zugelassenen Arzneimittel mit einem zusätzlichen Nutzen gerechnet. Derweil kritisiert die Pharmaindustrie das durchgeführte Bewertungsverfahren des gemeinsamen Bundesausschusses. Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschenden Arzneimittelhersteller, stellt fest, dass die Bewertungsverfahren des gemeinsamen Bundesausschusses zu sehr auf das Sparen ausgerichtet sei.

Ihrer Ansicht nach müsse mehr in innovative Entwicklungen investiert werden. Der Verband kritisierte zudem, dass Generika zur Vergleichstherapie herangezogen wurden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung wischte die Kritik derweil beiseite. Nach Ansicht des GKV-Spitzenverbandes sei die Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung der Vergleichstherapie lediglich ein Faktor unter vielen.

Bewertungsverfahren noch verbesserungswürdig

Derweil sind die gesetzliche Krankenversicherung und die Pharmahersteller sich darüber einig, dass das Bewertungsverfahren zur Nutzenabschätzung für neu eingeführte Arzneimittel noch verbesserungswürdig sei. Zudem sei die Koordination der Zulassung und früheren Nutzenbewertung sowie die Auswahl der Vergleichstherapie und die Klassifizierung des Zusatznutzens noch verbesserungswürdig. Derweil warf der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung den Verbänden der Pharmaindustrie vor, Erstattungsbetrag-Festlegungskriterien nicht einzuhalten.

Auseinandersetzung ging über mehrere Wochen

Aus diesem Grunde seien die ursprünglich erwarteten und geplanten Einsparung bis zum heutigen Tage noch nicht wirksam geworden. Die Arzneimittelindustrie fordert den ersten Herstellerabgabepreis als jeweilige Bezugsgröße für Herstellerabschläge, Handlungsaufschläge sowie Zuzahlungen von Patienten. Der GKV Spitzenverband fordert derweil den ausgehandelten Erstattungsbetrag als Bezugsgröße heranzuziehen.

Die Pharmahersteller und die gesetzlichen Krankenversicherung hatten sich über mehrere Wochen teilweise eine verbale Schlammschlacht hinsichtlich der gegenseitigen Vorwürfe in dieser Angelegenheit geliefert. Insofern dürfen sich insbesondere nunmehr die Patienten freuen, dass es zu keinerlei Streiks auf Seiten der Apotheker und der Pharmaindustrie kommen wird.



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