Politik

Piraten: Thorsten Wirth zum neuen Vorsitzenden gewählt

Die Piraten haben einen neuen Vorsitzenden. Der Software-Entwickler Thorsten Wirth wurde auf einem Bundesparteitag in Bremen zum neuen Vorsitzenden der Piratenpartei gewählt.

Er soll die Piraten wieder fit für zukünftige Wahlen machen. In jüngerer Vergangenheit hat die Piratenpartei zahlreiche Wahlniederlagen einstecken müssen, zuletzt bei der Bundestagswahl. Nun sollen die anstehenden Europawahlen den Trend wenden.

Thorsten Wirth: „Partei für anstehende Aufgaben motivieren“

Bei den Europawahlen gilt, anders als bei nationalen Landtagswahlen oder Bundestagswahlen, nicht die Fünf-Prozent-Hürde, sondern eine Drei-Prozent-Hürde. Bei den Bundestagswahlen im September erhielt die Piratenpartei lediglich 2,2 Prozent. Thorsten Wirth ist Piratenmitglied seit der Gründung der Partei. Beim Parteitag in Bremen kandidierten lediglich zwei bisher dem Parteivorstand angehörenden Vorstandsmitglieder erneut.

Der gesamte Vorstand, inklusive dem bisherigen Vorsitzenden, Bernd Schlömer, traten indes nicht erneut an. Eines der vordringlichsten Ziele ist es nach Angaben von Wirth, die Piratenpartei für die anstehenden Aufgaben zu motivieren. Insbesondere sollen die verschiedenen Strömungen innerhalb der Partei wieder auf die gemeinsamen Grundsätze vereint werden, so der neue Vorsitzende in einer ersten Stellungnahme.

Interesse an Parteitag bei Mitgliedern ging zurück

Bemerkenswert ist zudem, dass bei dem Parteitag in Bremen lediglich 1000 Mitglieder anwesend waren. Noch beim letzten Parteitag in Bochum waren es mehr als 2000 anwesende Mitglieder. Wirth ist seit dem Jahr 2006 bei der Piratenpartei aktiv. Im Jahr 2007 gründete er den Landesverband der Partei in Hessen mit. In den Jahren 2009 bis 2010 gehörte er einmal bereits dem Bundesvorstand der Piraten an. Zur Wahl des Vorsitzenden erhielt Wirth 78,1 Prozent an Zustimmung. Der zweitplatzierte Stefan Körner erhielt einen Stimmenanteil 66,2 Prozent.

Bisheriger Vorstand nur mit mäßigem Beifall verabschiedet

Der bisherige Parteichef Bernd Schlömer erbat für den neuen Vorstand indes einen „Vertrauensvorschuss, Unterstützung und ein bisschen serviceorientierte Dienstleistung“. Die Mitglieder der Piratenpartei schienen mit der Arbeit des bisherigen Bundesvorstandes indes nur mäßig zufrieden gewesen zu sein. Der Beifall für den scheidenden Vorstand viel entsprechend mäßig aus. Aufgrund des komplizierten Wahlsystems, bei dem jedes Mitglied die Stimmen gewichten kann, dauert die Auszählung für die übrigen Mitglieder des Vorstandes entsprechend länger.

39 Kandidaten für Bundesvorstand

Insgesamt bewerben sich 39 Kandidaten für den neuen Bundesvorstand der Piratenpartei. Darunter befinden sich acht Frauen. Allerdings können sich jederzeit neue Kandidaten bewerben. Auch die bisherige politische Geschäftsführerin Katharina Nocun wird durch einen neun Bewerber ersetzt. Auch Nocun tritt nicht mehr an, sie will sich zukünftig auf ihr Studium konzentrieren.

Auch ein neuer Generalsekretär solle am heutigen Sonntag noch gewählt werden. Dieser ist innerhalb der Partei für die Organisation interner Vorgänge zuständig. Ob der neue Parteivorstand bereits am Tag der Europawahl erste Früchte der politischen Arbeit ernten kann, wird sich zeigen.



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