Versicherung & Vorsorge

Private Krankenversicherung Umfrage: Manipulation bei Panorama (ARD)?

Haben Versicherungsmakler Panorama-Umfrage zur privaten Krankenversicherung ( „ Private Krankenversicherung: Abkassiert und allein gelassen“ ) manipuliert?

Im Zuge der Diskussion um ein mögliches baldiges Ende der privaten Krankenversicherung (PKV) scheint es zu einer Manipulation der Umfrage zum Fortbestand der PKV gekommen zu ein. So jedenfalls lautet das Ergebnis von Recherchen der ARD.

Demnach sollen Vertreter der PKV versucht haben eine online eingestellte Umfrage des Fernsehmagazins „Panorama“ zum Themenbereich „Private Krankenversicherung“ zu manipulieren. 75 Prozent der Umfrageteilnehmer hätten auf die Frage, ob die PKV erhalten bleiben solle, demnach mit „ja“ geantwortet.

Panorama-Redaktion: Stutzig geworden und recherchiert

Dieses Umfrage-Ergebnis und viele negative Kommentare haben letztlich die Redaktion von „Panorama“ dazu veranlasst, den Sachverhalt nachzurecherchieren. Im Rahmen der Recherche fiel den Journalisten dabei eine Mail des Bereichsleiters Versicherungen von „Jung, DMS & Cie“ in die Hände. Die Firma stellt einen der größten deutschen Versicherungsmaklerpools in der Bundesrepublik dar. In der Mail wurden rund 10000 Versicherungsmakler dazu aufgerufen, an der Online-Abstimmung teilzunehmen. Das Unternehmen wehrt sich indes gegen den Vorwurf der Manipulation und spricht stattdessen von der gerne getätigten Unterstützung einer repräsentativen Umfrage.

Auch Signal Krankenversicherung in Umfrage-Manipulation verstrickt?

Auch die „Signal Iduna Krankenversicherung“ rief in einer E-Mail dazu auf, an der PKV Umfrage teilzunehmen. Die Redakteure des ARD-Magazins „Panorama“ sind indes von der Dreistigkeit der Manipulationsversuche der Online-Umfrage empört. Die Signal Iduna Krankenversicherung verwies indes darauf, dass auch ihre Mitarbeiter Bürger seien und deshalb das Recht hätten an der Umfrage teilzunehmen. Ob hierbei jedoch der Aspekt der Loyalität zum Arbeitgeber gegenüber der womöglich eigenen Meinung der Mitarbeiter überwog, teilte die Signal Iduna indes nicht mit.

Debeka spricht von Anti-PKV-Propaganda

Die Debeka Krankenversicherung sieht in der Berichterstattung des Magazins mit dem Titel „ Private Krankenversicherung: Abkassiert und allein gelassen“ eine reine Anti-PKV-Propaganda. Hierbei verwies die Debeka auf die Beitragsstabilität, die bei der Debeka keinen Unterschied zwischen dem Beitrag eines 90-jährigen und eines 65-jährigen aufweisen würde.

Ob es sich bei dem 65-jährigen jedoch um einen Risikokunden handelt und um den 90-jährigen Versicherten um einen gesunden Versicherten oder umgekehrt, oder ob beide die gleichen Gesundheits- und Risikofaktoren aufweisen, teilte die Debeka indes nicht mit. Dennoch bezeichnete die Debeka die Berichterstattung als Propaganda, welche sich gegen die PKV richte.

PKV: Im Internet Unmut über Berichterstattung geäußert

Ob das Verhalten der Signal Iduna und das Verhalten der PKV-Vertreter im Zusammenhang mit der „repräsentativen Umfrage“ des Magazins „Panorama“ jedoch das Vertrauen in die Private Krankenversicherung bei ihren Mitgliedern stärkt, ist indes mehr als zweifelhaft. In den Blogs der Sendung kocht indes die Wut der Versicherungsbranche auf die Macher des Beitrages.

Mitarbeiter der PKV sprechen dort unter anderem im Zusammenhang mit den Machern des Magazins von „Gossenjournalismus“ oder von „DDR-Niveau“. Es erweckt zumindest den Anschein, als habe sich die PKV mit dem Genbahren ihrer Mitarbeiter im Internet keinen Gefallen getan, denn die Macher von Panorama werden auf das Thema „PKV“ im Rahmen ihrer nächsten Sendung sicherlich zurückkommen. Insofern dürfte hier die Lobby-Arbeit der PKV gescheitert sein.

Private Krankenversicherung: Durch Leistung und Beitragsstabilität überzeugen

Es bleibt abzuwarten, wie die Private Krankenversicherung den durch die Umfrage-Manipulation erlittenen Image-Schaden wieder kitten will. Für die Versicherten wäre ein stabiler Beitrag und ein belegbarer Nachweis, dass die Aussagen des Panorama-Berichtes nicht stimmen oder zumindest zukünftig nicht stimmen letztlich die beste Werbung für die PKV.

Der Vorstoß der DKV und einiger anderer Versicherungen hin zu mehr Transparenz gegenüber ihren Kunden und eine Verbesserung der Leistungen kann hier einen ersten Beitrag darstellen, um verloren gegangenes Vertrauen bei den PKV-Kunden und der Politik wieder zurückzuerlangen.



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