Versicherung & Vorsorge

Private Krankenversicherung: Unisex Tarife im Vergleich

In der privaten Krankenversicherung ist in letzter Zeit immer wieder von den neuen Unisex Tarifen die Rede, welche die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern bezüglich ihrer Beiträge und Leistungen auflösen sollen. Doch was sind eigentlich Unisex Tarife, was ändert sich durch sie in der privaten Krankenversicherung, wer profitiert von ihnen und vor allem: Was ist zu tun, um bei den eigenen PKV Beiträgen in der Zukunft zu sparen? Die „alte “ Private Krankenversicherung im Vergleich zu den Unisex Tarifen.

Was sind Unisex Tarife und warum werden sie in der PKV eingeführt?

Unisex Tarife gehen auf ein Urteil des europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2011 zurück, in der privaten Krankenversicherung sollen sie die unterschiedliche Beitragseinstufung von Männern und Frauen beenden.Unisex Tarife sollen also dafür sorgen, dass Männliche und weibliche Privatpatienten die selben Beiträge bezahlen und auch die gleichen Leistungen erhalten. Bisher mussten Frauen für ihre Private Krankenversicherung im Vergleich zu Männern deutlich höhere Beiträge entrichten.

Unisex-Tarife beenden Ungleichheit in der privaten Krankenversicherung

Denn in der PKV zählt im Vergleich zur GKV nicht das Einkommen des Versicherten, sondern dessen Lebenssituation, also Alter, Beruf, Krankenvorgeschichte und, zumindest bis zur Einführung der Unisex Tarife, eben auch sein Geschlecht. Bisher waren Frauen in der privaten Krankenversicherung auf Grund ihres Geschlechts schlechter eingestuft worden als Männer, da Frauen laut Statistik öfter Leistungen ihres Krankenversicherers benötigen als männliche Versicherte. Darum mussten Frauen auch wesentlich höhere Beiträge zur privaten Krankenversicherung leisten, eine Ungerechtigkeit, gegen die der EUGH mit der zwingenden Einführung von Unisex vorgehen wollte.

Was ändert sich durch die Unisex-Einführung in der PKV?

Durch die Einführung der neuen PKV Unisex Tarife werden nun die bisherigen Beiträge für weibliche und männliche Versicherte auf die gleiche Höhe gebracht, so dass beide Geschlechter zukünftig im selben Tarif gleich hohe Beiträge zahlen. Allerdings ist es fragwürdig, wie dieses Ziel durch die PKV Anbieter umgesetzt werden soll. Denn statt die PKV Beiträge für Frauen auf das Beitragsniveau der Männer abzusenken, werden zwar einerseits die Beiträge für die Frauen gesenkt, die Beiträge für Männer aber stark erhöht. So treffen sich die bisherigen Beiträge für Frauen und Männer in der Mitte, was dem PKV Anbieter mögliche Umsatzeinbußen vollständig erspart.

Wer profitiert von den PKV Unisex Tarifen?

Von den neuen Unisex Tarifen in der PKV profitieren natürlich zunächst einmal die weiblichen Versicherten, denn ihre Beiträge werden im Vergleich zu früher deutlich sinken. Allerdings hat die Sache für weibliche Versicherte einen Haken: Die Unisex Tarife gelten nur für PKV Verträge, die nach der Einführung am 21.12.2012 abgeschlossen werden, alte PKV Verträge von der Unisex Einführung nicht berührt und bleiben unverändert.

Beiträge auch bei Unisex Tarifen durch PKV Vergleich sparen

Für Frauen und Männer gibt es zwei genau einander entgegengesetzte Wege, um durch bzw. trotz der neuen Unisex Tarife auch in Zukunft PKV Beiträge zu sparen. Nach dem aktuellen PKV Test der Experten von Stiftung Warentest / Finanztest hat sich bestätigt, dass sich dabei alles um den Einführungstermin der Unisex Tarife am 21.12.2012 dreht. Während Frauen am besten nach diesem Datum ihren PKV Vertrag abschließen bzw. in einen anderen PKV Tarif wechseln, sollten Männer nach Möglichkeit noch vor dem Unisex Stichtag ihren PKV Vertrag abschließen, um den Beitragserhöhungen durch die Unisex Tarife zu entgehen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.