Finanzen & Recht

Private Krankenversicherung: Vorsicht vor Provisionsjägern

Regelmäßig steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung. Hier wittern smarte Versicherungsmakler ihre große Chance, Kunden zu einem Wechsel zu verführen.

Denn die Wechselbereitschaft steigt analog zu den Beiträgen, die PKV Beitragserhöhungen 2014 fallen erneut deutlich aus.

Doch oftmals entpuppt sich der PKV Wechsel als Mogelpackung und am Ende zahlen die Betroffenen auch noch drauf.

PKV Beitragserhöhung 2014

Nicht alle der rund 9 Millionen Privatpatienten sind gleichermaßen von den steigenden Beiträgen in der privaten Krankenversicherung betroffen. Einige trifft es härter, andere weniger stark wie z.B. bei der Debeka Krankenversicherung.

So können die PKV Beitragserhöhungen 2014 für die einige Versicherte nur ein paar Euro ausmachen, während andere Privatversicherte mit mehreren Hundert Euro abkassiert werden. Für Neukunden kann es im Folgejahr sogar günstiger werden.

Versicherungsvermittler ohne Gnade

Doch gerade die, bei denen die Beitragserhöhungen mächtig ins Gewicht schlagen, werden häufig unbewusst zu leichten Opfern für tüchtige Verkäufer. Inzwischen haben es verkaufsorientierte Vermittler von privaten Krankenversicherungen sowie einige Makler und Berater gezielt auf die Verlierer der privaten Krankenversicherung abgesehen.

Branchenexperten, wie der Geschäftsführer der Freiburger KVpro.de GmbH Gerd Güssler warnen bereits vor den schwarzen Schafen: „Viele unseriöse Berater nutzen diese Situation leider oftmals zu ihren Gunsten schamlos aus.“ Ein Versicherungswechsel beschert den Vermittler hohe Provisionen und so raten einige dubiose Vermittler den Kunden jedes Jahr aufs Neue zu einem Private Krankenversicherung Wechsel. Belegt wird dies durch die immens hohe Zahl an brancheninternen PKV Wechseln.

Alternative Tarifwechsel innerhalb der PKV

Sinnvoller ist meistens ein Tarifwechsel innerhalb des eigenen Versicherers. Hier lassen sich oftmals ein paar Euro an Beiträgen einsparen. Allerdings sollte man auch hier genau hinsehen. Zwar sind es hier nicht die Vermittler, die hinter den Provisionen her sind, aber auch hier gibt es Berater und Agenturen, die sich auf dieses Geschäfts spezialisiert haben.

Diese Berater geben vor, sich für den Kunden mit den Versicherern zu streiten, häufig sind sie sogar erfolgreich, allerdings sind die verlangten Honorare auch dementsprechend fürstlich. Denn sie orientieren sich an den Ersparnisses der Kunden. Hier kommen schnell ein paar Hundert Euro zusammen oder noch mehr.

Und noch etwas ist zu beachten beim Tarifwechsel. Meistens sind große Einsparungen damit verbunden, dass bereits gezahlte Prämien für Altersrückstellungen und erworbene Rechte unwiderruflich verloren gehen. Darüber hinaus ist meist unklar, wie lange der neue günstige PKV Beitrag überhaupt gelten wird.

Was können unzufriedene Kunden tun?

Das wichtigste ist, den richtigen Versicherungsberater zu finden. Einen Berater der sich für die Interessen seiner Kunden ohne Wenn und Aber einsetzt und nicht in erster Linie auf Provisionen achtet. Außerdem gilt es, attraktive Angebote kritisch zu beäugen. Nicht jedes reizvolle Angebot hält, was es verspricht. Entscheidungshilfen bieten zudem unabhängige Experten und Analysten mit Testergebnissen und Empfehlungen.

Auch sollte bei Beitragserhöhungen nicht übersehen, dass man trotzdem häufig noch im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse spart.

Private Krankenversicherung: Beitragsentwicklung beachten

Das Tarifwerk der privaten Krankenversicherer ist schwer zu durchschauen. Aber die Vielfalt hat System. Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, schließt ein Leistungspaket mit einem oftmals sehr attraktiven Tarif aus mit welchem man gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung auch noch spart. Und das bei mehr Leistungen. Unklar ist allerdings, wie sich der Tarif über die Jahre entwickelt. Clevere Verkäufer nutzen diese Tatsache für sich aus.

Um den Überblick zu behalten, sollte man daher immer ganz genau auf die Zahlen schauen. Insbesondere, wenn man mit einem Wechsel liebäugelt. Übrigens sind häufig auch Personen von immensen Beitragserhöhungen betroffen, die vorher den Versicherer oder den Tarif gewechselt haben.

Auch bei Wechselhelfern genau hinschauen

Auch bei den sogenannten Wechselhelfern sollte man achtsam sein. Häufig handelt es sich bei diesen Wechselhelfern, um ehemalige oder teilweise noch aktive Vermittler, die für sich einfach ein neues Geschäftsfeld entdeckt haben.

Privatpatienten sollten vor einem PKV Wechsel darauf achten, dass keine Leistungseinschneidungen mit den günstigeren Beiträgen einhergehen. Vielmehr sollte die Leistung bei einem Wechsel besser sein als vorher. Ebenso wichtig, wie ein niedriger Beitrag ist auch ein langfristig stabiler Beitrag.

PKV Beitragsstabilität

Gerade die Beitragsstabilität ist vielen Kunden in der privaten Krankenversicherung ein Anliegen. Ein Anliegen, was nur schwer umzusetzen ist. Denn die jeweiligen Tarife der privaten Krankenversicherung richten sich auch nach dem Krankenstand, der in dem Tarif Versicherten. Ein hoher Krankenstand hat hohe Kosten und somit auch steigende Beiträge zur Folge.

Erschwerend hinzu kommen die Wechsel. Verlassen viele gesunde einen PKV Tarif, während viele Kranke bleiben, steigt der Tarif ebenfalls aufgrund der hohen Kosten. Versicherer sind dazu verpflichtet Tarife mit durchschnittlich „kränkeren“ Versicherten anzuheben. Ein Teufelskreis.

Hier bietet sich aber immerhin noch ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen privaten Krankenversicherung an. Beachtet sollten bei der Tarifwahl auch die Testergebnisse der Stiftung Warentest und Co. Vorteil: die Altersrückstellungen bleiben erhalten und zusätzlich spart man Versicherungsbeiträge. Aber eigenverantwortlich, um die Kosten für einen sogenannten Wechselhelfer zu sparen. Das Recht dazu haben alle privat Krankenversicherten.



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