Versicherung & Vorsorge

Private Krankenversicherung: Wechsel nach Tariferhöhung 2013 möglich

Versicherte der PKV müssen nach einem Bericht von „SPIEGEL ONLINE“ auch im nächsten Jahr mit zum Teil deutlichen Beitragssteigerungen der Tarife in 2013 rechnen. Im Extremfall, wie bei der AXA, werden Beitragserhöhungen von bis zu 41 Prozent fällig. Auch Kunden des Münchener Vereins müssen mit Beitragssteigerungen von bis zu 34,64 Prozent rechnen.

Die Beitragssteigerung gilt hier für den Tarif Royal 891. Kunden der Barmenia Krankenversicherung müssen im Tarif easyflex dent 1+ immerhin noch eine Beitragserhöhung von 10,58 Prozent hinnehmen. Im Tarif AGIL premium TN3 der R+V-Versicherung müssen Kunden zukünftig 19,22 Prozent mehr bezahlen als bisher.

Kunden der Gothaer-Krankenversicherung die bisher 921 EUR monatlich an Beiträgen bezahlt haben, müssen ab dem nächsten Jahr 1022 EUR für den Tarif aufwenden. Die privaten Krankenversicherer halten sich bezüglich der Herausgabe der Beitragsanhebungen noch bedeckt. „SPIEGEL ONLINE“ liegen derweil die Zahlen von elf Anbietern vor.

Somit gewinnen die Kennzahlen zu Beitragsentwicklung und Beitragsstabilität eine steigende Relevanz. Rating-Agenturen wie Morgen & Morgen, Assekurata und Franke & Bornberg vergleichen private Krankenversicherungen auf stabile Beiträge und Finanzkraft. Diese Testberichte zur privaten Krankenversicherern sollten Versicherte vor einem Abschluss bzw. Wechsel in die Private Krankenversicherung, so die einhellige Meinung der Experten.

 

PKV: Beitragsanpassungen 2013 der Hallesche und Alianz

So fordert beispielsweise die Allianz Krankenversicherung im Tarif AktiMED Plus 90 P 17,77 Prozent mehr im Monat. Der Tarif Vision 1-4500 der AXA ist hinsichtlich der Beitragssteigerungen der Spitzenreiter. 41,65 Prozent mehr an monatlichem Beitrag als bisher müssen Kunden dieses Tarifs ab 2013 aufwenden. Auch die Hallesche-Krankenversicherung mit ihrem Tarif KS2 muss ihren Kunden für das nächste Jahr eine Beitragserhöhung von 20,12 Prozent mitteilen.

Auch LVM Krankenversicherung mit moderater Beitragssteigerung

Während Verbraucherschützer zunehmend das System der privaten Krankenversicherung insgesamt in Zweifel ziehen, stellen die privaten Krankenversicherer die Beitragserhöhung als Einzelfälle dar. Die Allianz beispielsweise weist eine durchschnittliche Beitragserhöhung für das nächste Jahr von lediglich 3,0 Prozent aus. Auch die LVM sieht lediglich für Ihre Kunden eine durchschnittliche Beitragserhöhung von 2,76 Prozent vor.

AXA Krankenversicherung erhöht Beitrag geringfügig

Die AXA Krankenversicherung, die im Tarif Vision 1-4500 die höchste Beitragssteigerung an ihre Kunden weitergeben muss, sieht insgesamt lediglich eine Beitragserhöhung von 2,0 Prozent auf die Kunden zukommen. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Beitragserhöhung werden jedoch auch jene Versicherte mitgerechnet, die keine Erhöhung erhielten. Aus diesem Grunde sind die vorliegenden durchschnittlichen Werte der Beitragserhöhung nur begrenzt aussagefähig.

Die DKV wird Beiträge erst zum April 2013 anheben

Die Debeka, DKV und die Central haben bisher noch keine Zahlen für eventuell fällig werdende Beitragserhöhungen mitgeteilt. Zwischenzeitlich hat die Debeka ihren Kunden mitgeteilt, dass die Beiträge für das nächste Jahr nahezu stabil bleiben. Die DKV hingegen wird wohl zum 1. April 2013 ihre Beiträge erhöhen.

Im Zusammenhang mit der Beitragserhöhung ist es von Interesse, zu berücksichtigen, dass die Mehrbelastung insbesondere zulasten der Bestandskunden geht. Neukunden werden vielfach mit günstigen Tarifen in die PKV gelockt, während sich die Bestandstarife aufgrund der falsch kalkulierten Altersrückstellungen verteuern. Insbesondere die geschlossenen Tarife fördern diesen Prozess. Unter den geschlossenen Tarifen versteht man Tarife, die keinen neuen Versicherten mehr aufnehmen. Fachleute sprechen in diesem Falle auch vom „Vergreisen“.

Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung sinnvoll

Derzeit können bereits 150.000 Versicherte der PKV ihre Beiträge nicht mehr bezahlen. Betroffene haben jedoch nach Mitteilung einer Beitragserhöhung seitens der privaten Krankenversicherung ein außerordentliches Kündigungsrecht beziehungsweise Wechselrecht. Die Rechtsgrundlage hierzu ergibt sich aus § 204 Versicherungsvertragsgesetz. Demnach kann ein Tarifwechsel innerhalb der PKV in günstigere Tarife ohne erneute Gesundheitsprüfung vollzogen werden.

Jeder Versicherte der PKV, der eine Beitragserhöhung für 2013 mitgeteilt bekommt, sollte alternative Tarife in der privaten Krankenversicherung auf Beitragsentwicklung und Beitragsstabilität vergleichen. Hierdurch lassen sich nicht nur Beiträge konstant halten, sondern auch die mit der PKV verbundenen medizinischen Leistungen.



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