Wirtschaft

Private Krankenversicherungsbeiträge: das Kreuz mit den Nichtzahlern

Die Nichtzahler innerhalb der PKV sind seit der Gesetzesnovelle im Jahr 2009 ein zunehmendes Problem für die PKV-Unternehmen. Insgesamt gibt es innerhalb der PKV rund 142.800 Versicherte, die ihre privaten Krankenversicherungsbeiträge seit mindestens drei Monaten nicht mehr bezahlt haben. Wie viele davon bewusst nicht zahlen und wie viele letztlich aus Mangel an finanziellen Mitteln nicht zahlen können, ist unbekannt. Erste PKV-Versicherer wollen nun die wachsende Zahl von Nichtzahler eindämmen und ergreifen erste Gegenmaßnahmen.

Discount-Tarife als Grund für hohe Zahl von Nichtzahlern

Durch die Einführung der Versicherungspflicht im Jahr 2009 ist den PKV-Versicherern bisher ein Schaden von rund 500 Millionen Euro entstanden. Besonders von Nichtzahlern betroffen sind Unternehmen der PKV-Branche, welche sogenannte Discount-Tarife angeboten haben. Ziel der Billigtarife war es, möglichst viele Neukunden zu gewinnen. Im Zeitraum von Juni 2010 und Juni 2011 nahm die Zahl der Nichtzahler um rund 22.000 PKV-Mitglieder zu. Die Verluste der PKV-Unternehmen haben sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt. Im Juni 2010 waren etwa 120.800 Nichtzahler vorhanden. Diese verursachten den PKV-Unternehmen einen Schaden von etwa 289 Millionen Euro. Nun sind es 142.800 Nichtzahler und ein nahezu verdoppelter Schaden von 500 Millionen Euro. Insbesondere musste die Central Krankenversicherung ihre Beiträge deswegen drastisch erhöhen.

PKV-Unternehmen: Strengere Annahmerichtlinien

Die Versicherungsunternehmen gehen nunmehr jedoch zunehmend dazu über, die Gefahr von Nichtzahlern bereits bei Vertragsabschluss zu unterbinden. So gibt es bei vielen PKV-Anbietern strengere Bonitätskriterien, die auch Schufa-Auskünfte beinhalten können. Einige Versicherer schließen hingegen sogar einige als besonders risikoreich eingestufte Berufsgruppen im Vorfeld von der Versicherungspflicht aus. Diese gelten bei den Versicherungsunternehmen mittlerweile sogar als grundsätzlich „nicht versicherungswürdig“.

PKV: Entwicklung im Bereich der Nichtzahler bleibt abzuwarten

Insofern dürfte die Zahl der Nichtzahler im Jahr 2012 wohl insgesamt langsamer ansteigen, jedoch lässt sich eine genaue Prognose über die zukünftige Zahl von Nichtzahlern nur sehr schwer treffen. Es bleibt daher zu erwarten, wie im Jahr 2012 die Zahl der Nichtzahler und damit die Verluste der PKV zunehmen werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch eine zukünftig zu prognostizierende Steigerung der Beiträge in der PKV. Zudem bleibt abzuwarten, was passiert, wenn ein abgewiesener Kunde sich auf die Versicherungspflicht beruft und gegen das abweisende PKV-Unternehmen klagen sollte. In diesem Fall dürfte zusätzlich zu der Politik auch die Justiz bemüht werden. Ein möglicher Weg für die PKV-Unternehmen wäre daher in Erfahrung zu bringen, wie hoch der Anteil der sogenannten absichtlichen Nichtzahler und der Anteil der Nicht-Können-Zahler ist. Anhand dieser Zahlen ließen sich dann auch entsprechende Maßnahmen ableiten. In jedem Fall bleibt es abzuwarten, wie sich die Summe der Nichtzahler im neuen Jahr entwickeln wird.



2 Kommentare zu “Private Krankenversicherungsbeiträge: das Kreuz mit den Nichtzahlern”

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