Gesundheit

Private Pflegeversicherung als Absicherung für den Ernstfall

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird über die Krankenkasse abgewickelt. Wer abhängig beschäftigt ist, muss ein Teil seines Gehalts an die gesetzliche Pflegeversicherung abgeben. Dabei zahlt die gesetzliche Pflegepflichtversicherung je nach Pflegestufe unterschiedliche Beträge.

Gesetzliche Pflegeversicherung: Unterschiedliche Leistungshöhe je nach Pflegestufe

In der Pflegestufe I werden bei der stationären Pflege 1023 Euro durch die gesetzliche Pflegeversicherung erstattet. Bei der häuslichen Pflege durch examiniertes Pflegepersonal sind es 450 Euro und 235 Euro gibt es in dieser Pflegestufe als Pflegegeld bei der häuslichen Pflege. Bei der schweren Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe II) gibt es einen Zuschuss von 1279 Euro bei der stationären Pflege und 1100 Euro bei der häuslichen Pflege. Das Pflegegeld beträgt in dieser Pflegestufe 440 Euro. In der Pflegestufe III werden regulär 1550 Euro (in Härtefällen bis zu 1918 Euro) bei der stationären Pflege in einem Pflegeheim erstattet.

Bei der häuslichen Pflege ist es dieselbe Summe. Das Pflegegeld beträgt in der Pflegestufe 700 Euro. Zudem erhalten Demenzkranke in den Pflegestufen I und II ebenfalls Leistungen. Obwohl die Erstattungsbeträge sich dem Grunde nach recht hoch lesen, bilden sie jedoch in keiner Art und Weise die tatsächlich auf die Betroffenen und deren Angehörigen zukommenden Kosten ab.

Hohe Deckungslücke nur bei bestehender gesetzlichen Pflegeversicherung

Vielfach kostet ein Heimplatz das Doppelte dessen, was die gesetzliche Pflegeversicherung erstattet. Die Deckungslücke lässt sich durch eine private Pflegezusatzversicherung schließen. Dabei gibt es insgesamt vier Möglichkeiten, die Deckungslücke zu schließen.

Unterschiedliche Möglichkeiten der privaten Pflegevorsorge

So lässt sich beispielsweise eine Pflegekostenversicherung abschließen. Ebenso lässt sich eine Pflegetagegeldversicherung abschließen sowie eine Pflegerentenversicherung. Bei Selbstständigen lässt sich zudem eine Pflege-Rentenversicherung als Risikoversicherung abschließen. Die Pflegekostenversicherung erstattet die tatsächlich entstandenen Kosten bis zu einem festgelegten Höchstbetrag oder bis zu einem bestimmten vorher vereinbarten Prozentsatz. Die Pflegetagegeldversicherung indes bezahlt einen zuvor mit dem Versicherer vereinbarten Betrag, der unabhängig von den tatsächlich entstandenen Kosten für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit ausbezahlt wird. Dabei richtet sich die Höhe der Erstattung nach der jeweils vorliegenden Pflegestufe.

Die Pflege-Rentenversicherung stellt eine Mischung aus Versicherungsschutz und Sparbetrag dar. Dabei gibt es insgesamt drei Möglichkeiten der Leistung. Einerseits kann eine Todesfallleistung vereinbart werden, andererseits beispielsweise eine Rente bei Vorliegen der Pflegebedürftigkeit. Zudem gibt es die staatlich geförderte private Pflegeversicherung in Form des so genannten Pflege-Bahr. Im Volksmund wird dies auch als “Pflege-Riester“ bezeichnet. Hierbei wird ein bestimmter Betrag angespart, wobei der Staat insgesamt 60 Euro jährlich (5 Euro monatlich) als Zuschuss zum Sparbetrag dazu bezahlt.

Beratung sinnvoll

Um sich genau über die private Pflegeversicherung informieren zu können, empfiehlt sich eine unverbindliche Beratung. Pflegebedürftigkeit wird aufgrund des demographischen Wandels zukünftig immer häufiger auch Gegenstand der finanziellen Vorsorge. Aus diesem Grunde sollte nicht nur ein persönlicher Sparplan für die Absicherung im Alter erfolgen, sondern auch die mögliche Pflegebedürftigkeit bereits in finanzieller Hinsicht abgesichert werden.



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