Versicherung & Vorsorge

Private Vorsorge immer wichtiger: Armutsrisiko für Rentner hoch

Immer mehr Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen. Auch Hunderttausende Rentner sind auf staatliche Hilfen angewiesen. Insbesondere Frührentner und Erwerbsunfähige, die frühzeitig in Rente gehen mussten, sind betroffen. Im Jahre 2011 wurde bei den Empfängern von Grundsicherung im Alter sowie im Zuge von Erwerbsminderung ein neuer Höchststand erreicht.

Nahezu 844000 Personen erhielten im letzten Jahr Grundsicherungsleistungen. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind dies 5,9 Prozent mehr. Durchschnittlich 680 Euro an staatlicher Hilfe nehmen rund 436000 der über 65-jährigen in Anspruch. Die restliche Anzahl ist nicht arbeitsfähig oder noch jünger. Aktuell erhalten in Deutschland etwa 1,6 Millionen Personen eine vorzeitig ausbezahlte Rente, aufgrund teilweiser oder voller Erwerbsminderung. Aus diesem Grunde ist dieser Personenkreis besonders von Armut bedroht, denn von der Rente müssen die Betroffenen zum Teil deutliche Abschläge hinnehmen.

Studie: 37 Prozent der Erwerbsminderungshaushalte von Armut bedroht

Dies zeigt jetzt eine Studie der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Demnach sind rund 37 Prozent der Personen, die in Erwerbsminderungshaushalten leben, von Armut bedroht. In Bezug zur Gesamtbevölkerung sind aktuell rund 15,8 Prozent armutsgefährdet. In Deutschland gilt jemand als arm, wenn er weniger als 952 Euro im Monat an Einkommen hat.

Die Untersuchung der Rentenversicherung offenbart, dass ein großer Teil der erwerbsgeminderten Personen und ihrer Haushaltsmitglieder eine „prekäre Einkommenslage“ aufweisen. Durchschnittlich 660 Euro Erwerbsminderungsrente bietet keine ausreichende Lebensgrundlage. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung einer privaten Vorsorge deutlich. Doch von den betroffenen Erwerbsminderungsrentnern kann nur rund ein Zehntel eine private Vorsorge vorweisen.

Rentenniveau seit 2001 gesunken

Die Bedeutung der privaten Vorsorge nimmt in Zukunft insbesondere deshalb weiter zu, weil das Rentenniveau insgesamt auf zukünftig 43 Prozent absinken soll. Auch die wissenschaftlichen Studien belegen diese Einschätzung. So sanken die Renten von erwerbsgeminderten Neurentnern nach der 2001 durchgeführten Rentenreform von 706 Euro im Jahr 2000 auf nunmehr 600 Euro. Eine private Vorsorge im Sinne einer privaten Unfallversicherung oder eine spezielle Absicherung für den Erwerbsgminderungsfall kann den Lebensstandard deutlich erhöhen beziehungsweise gleichbleibend halten.

Viele junge Arbeitnehmer sehen keine Notwendigkeit für das Alter zu sparen

Viele Betroffene sehen jedoch nicht die Notwendigkeit, in jungen Jahren für den Notfall zu sparen. Insbesondere Berufe, die einen hohen gesundheitlichen Risikograd aufweisen, wie Fliesenleger, Krankenschwester, Dachdecker, Maurer und weitere ähnliche körperlich anstrengende Berufe oder auch psychisch belastende Berufe wie Lehrer oder Erzieher können dazu führen, dass eine Erwerbsminderung frühzeitig einsetzt.

Hier gilt es, deshalb privat vorzusorgen und eine entsprechende private Absicherung zu schaffen. Diese kann in Form einer privaten Rentenversicherung, einer Lebensversicherung oder aber auch im Sinne einer Rentenversicherung erfolgen. Auch ein Fondssparvertrag kann eine Form der privaten Absicherung darstellen. Egal welche Form letztlich gewählt wird, die wissenschaftliche Studie der deutschen Rentenversicherung offenbart, dass eine private Vorsorge heute notwendiger denn je ist, um im Alter und bei Erwerbsminderung nicht zum Armutsfall zu werden.



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