Politik

Proteste an der Wall Street- Gewerkschaften schließen sich an

Occupy Wall Street, so lautet der Schlachtruf der Demonstranten, die seit dem 17. September in New York für Furore sorgen und inzwischen Nachahmer in den großen Städten der USA finden. Die Demonstranten kritisieren die soziale Ungerechtigkeit in den USA, als Vorbild dient der so genannte Arabische Frühling, insbesondere die Vorkommnisse am Tahir-Platz in Kairo. Zu den Protesten hatte ein kritische Magazin aus Kanada, Adbusters, aufgerufen. Inzwischen sprechen die Initiatoren von der „Occupy Wall Street-Bewegung“. Die Demonstranten wollen gewaltfrei die Wall Street besetzen, so lange bis Reformen beschlossen werden. Inzwischen scheinen auch die US-Gewerkschaften sich den Protesten anschließen zu wollen, die Einzelhandelsgewerkschaft RWDSU (Retail, Wholesale and Department Store Union) hat offen ihre Teilnahme bekundet.

Seit nunmehr 20 Tagen halten die Aktivisten die Behörden in New York und auch in anderen Städten auf Trab, schon zuvor hatten „New Yorkers Against Budget Cuts“ drei Wochen öffentlich demonstriert. Am 17 September fanden sich 1000 Menschen ein, die friedlich gegen die von ihnen beanstandete Ungerechtigkeit protestierten. Eine Woche später sorgte ein Zwischenfall mit der Polizei, als diese eine geplante Straßenblockade mit Pffeferspray auflöste, für ein Medienecho. Insbesondere ein Polizeibeamte fiel auf, der grundlos eine Frau mit Pfefferspray angriff. Dank der Recherche der Hacker-Gruppe Anonymous konnte die Identität des Beamten ausfindig gemacht werden, seitdem versucht die Polizei weniger gewaltsam vorzugehen. Doch schon am ersten Oktober musste sie erneut den Knüppel schwingen, als 700 Demonstranten bei der geplanten Besetzung der Brooklyn Bridge festgenommen wurden.

Noch sind die Forderungen der Bewegung schwammig, sie will basisdemokratisch ihre Forderungen formulieren. Die Demonstranten teilen die Wut gegen die Entwicklungen der letzten 20 Jahren, ihr Slogan „We Are the 99 Percent“ verleiht ihrem Verdruss mehr Gültigkeit als eine formulierte Forderung.

Einige Prominente unterstützen die Bewegung offen, neben Michael Moore waren auch Roseanne Barr und Susann Sarandon in New York und marschierten mit. Der Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften Stieglitz ist ebenfalls mit an Bord. Neben der Einzelhandelsgewerkschaft haben die traditionell starken und aktiven Transportgewerkschaften ebenfalls ihre Unterstützung bekundet. Ob die Occupy Wall Street Bewegung sich durchsetzen wird, ist fraglich. Doch sie bilden (momentan) ein wichtiges Gegengewicht zur Tea Party Bewegung. Letztlich sind beide Bewegungen Beweis für die Radikalisierung in der Gesellschaft der USA.



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