Politik

Tote bei Protest in Kiew Klitschko redet von Bürgerkrieg

Seit Wochen wüten nun die Proteste in Kiew.

Gemäß Informationen der Medien verliefen diese bis dato mehr oder weniger friedlich. Nun bestätigten die Behörden jedoch den ersten Toten, mutmaßlich ein Demonstrant.

Die Lage ist derart angespannt, dass Ex-Boxweltmeister und Oppositionspolitiker Vitali Klitschko von einem drohenden Bürgerkrieg in der Ukraine spricht.

Die Polizei hatte mit dem Abbau der Barrikaden der Demonstranten begonnen. Der Einsatz startete in aller Frühe um 7.00 Uhr in der Gruschewski-Straße. Dies berichteten unter anderem ein AFP-Korrespondent und die ukrainischen Medien am Mittwoch morgen.

Festnahmen im Schneetreiben

Im dichten Schneetreiben wurden bei dieser Aktion auch einige Demonstranten festgenommen, sowie Absperrungen niedergerissen. Bei diesen erneuten Zusammenstößen sollen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen sein.

Bisher bestätigen die ukrainischen Behörden lediglich den Fund einer Leiche im Zentrum der Hauptstadt. Örtliche Medien berichten, dass der Körper Schussverletzungen aufweisen soll. Dies wurde bisher von den Behörden nicht bestätigt.

„Mörder-Rufe“ ertönen im Zentrum Kiews

Im Zentrum von Kiew ertönen die ersten „Mörder-Rufe“, als die Nachricht über den Fund der Leiche ihre Kreise zog. Der zweite Mann, der ums Leben gekommen sein soll, sei beim Klettern aus etwa 13 Metern Höhe zu Boden gestürzt sein. Ein Sprecher der Regierungsgegner gibt an, dass der verstorbene 22-jährige von Polizisten verfolgt worden sei.

Erst am Dienstagabend hatte der Präsident Viktor Janukowitsch ein Treffen mit dem Oppositionsführer Vitali Klitschko abgelehnt. Damit schien eine Chance auf Einigung zwischen Regierung und Opposition zu scheitern.

Proteste in Kiew werden immer gewalttätiger

Die Proteste in der Ukraine sind schon seit mehreren Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Waren diese bisher wenn auch nicht friedlich, so doch im Rahmen verlaufen, kam es seit dem Wochenende immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Regierung hatte sich durchgesetzt und ein Demonstrationsverbot sowie scharfe Gesetze durchgedrückt, die sich gegen ihre Gegner richten.

Dabei war bereits am Dienstag deutlich erkennbar gewesen, dass die Polizei hart gegen die Demonstranten in Kiew vorgegangen war. Bisher haben die Regierungsgegner jedoch Widerstand leisten können. Nicht wenige der Demonstranten selbst waren mit Helmen ausgerüstet und gingen ihrerseits gewaltsam gegen Sicherheitskräfte vor.

EU-Assoziierungsabkommen und Russland

Seit ungefähr zwei Monaten haben auf dem zentralen Platz Maidan Hunderttausende demonstriert. Ihr Unmut richtet sich dabei gegen den Präsidenten Janukowitsch. Die Demonstranten errichteten ein sogenanntes Protestcamp.

Der Auslöser für die starken Proteste war in erster Linie eine Abkehr von einem bereits ausgehandelten EU-Assoziierungsabkommen. Rasch jedoch hat sich die Opposition gegen seine Regierung gewandt.

Klitschko verurteilt Regierung und mahnt vor Gewalt

Erst kürzlich hatte Vitali Klitschko, der Oppositionsführer vor der Krise in seinem Land gewarnt und eine eskalierende Gewalt festgestellt. Die Schuld hierfür findet er bei der Regierung selber. Normalerweise stehe die Opposition für friedliche Proteste, jedoch habe sie die Bewegung auch nicht mehr unter Kontrolle, wie Klitschko unter anderem den Medien in Deutschland berichtete.

Derzeit herrscht eine Situation wie im Krieg. Der Präsident hört nicht auf die Forderung nach Neuwahlen, will stattdessen friedliche Proteste verbieten und hat somit die gewaltsamen Zusammenstöße hervorgerufen. In den letzten Tagen waren mehr als 200 Menschen bei diesen Auseinandersetzungen verletzt wurden.



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