Gesellschaft

Psychotherapeuten fürchten um 6.000 Standorte

Eine Untersuchung hat ergeben, dass Patienten im Schnitt drei Monate auf einen Ersttermin beim Psychotherapeuten warten müssen. Gleichzeitig sind laut Schätzungen aus dem Bereich der Psychotherapeuten aber 6.000 Standorte, durch das neue Versorgungsgesetz, von der Schließung bedroht. Experten warnen vor Unterversorgung.

Anstieg der Krankschreibungen zu verzeichnen

Die Zahlen belegen eindeutig, dass in Deutschland keine Unterversorgung besteht. Im Schnitt müssen Patienten drei Monate auf einen Ersttermin beim Therapeuten warten und anschließend verstreichen weitere drei Monate bis zum Beginn der Therapie. Die Wartezeiten auf einen Ersttermin sind aber sehr stark regional unterschiedlich. Muss ein Patient in Berlin nur acht Wochen auf einen Termin warten, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 18 Wochen.

In den vergangenen 20 Jahren sind die Kosten für die Behandlung psychisch Erkrankter von 19,1 Milliarden Euro auf 28,7 Milliarden Euro gestiegen. Auch die Zahl der Krankschreibungen steigt seit 1976 deutlich an. 1976 waren es bei 100 Versicherten pro Jahr noch 46 Tage, sind es heute mit 150 Tagen über dreimal so viele.

Versorgungsgesetz bedroht Psychotherapeuten

Durch die Möglichkeit der Kassenärztlichen Vereinigung Praxen aufzukaufen, um eine Überversorgung zu verhindern, fürchten die Therapeuten um 6.000 Standorte. Von den Psychotherapeuten wird daher eine Anpassung des Versorgungsgesetztes und eine Untersuchung über die Notwendigkeit von Therapeuten gefordert.

„Wir brauchen auch eine Debatte darüber, wie hoch der Bedarf an Psychotherapeuten tatsächlich ist“ erklärte dazu der Präsident der Psychotherapeutenkammer Rainer Richter. Die Bundesregierung hat das Problem aber bereits erkannt und will Änderungen im Versorgungsgesetz vornehmen, gab der Gesundheitsexperte der CDU Jens Spahn bekannt.



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