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Quelle-Erbin Schickedanz klagt auf Milliarden Schadenersatz

Dreieinhalb Jahre nachdem Arcandor Insolvenz anmelden musste und dass Quelle-Imperium zusammenbrach, hat die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz von den ehemaligen Beratern von Sal. Oppenheim Schadenersatz in Milliardenhöhe gefordert.

Der diesbezügliche Zivilprozess nahm am heutigen Dienstag sein Anfang. Schickedanz fordert von der ehemaligen Privatbank Sal. Oppenheim und dem Unternehmer Josef Esch 1,9 Milliarden Euro. Dies bestätigte der Sprecher des Landgerichts Köln, Dirk Eßer.

Bankmanager schuld an Vermögensverlust von Schickedanz?

Andererseits gibt es jedoch laut Aussage von Eßer Widerklagen, die dreistellige Millionenbeträge von Schickedanz verlangen. Wie der Anwalt Stefan Homann mitteilt, wird die Quelle-Erbin nicht selber vor Gericht erscheinen. Noch vor dem Jahr 2009 soll Madeleine Schickedanz drei bis vier Milliarden Euro besessen haben. Sie hatte sich damals am Handelskonzern Arcandor beteiligt.

Im Jahr 2009 brach der Konzern zusammen. Die einst zu den reichsten Deutschen zählende Erbin der Schickedanz-Dynastie verlor dabei fast ihr gesamtes Vermögen. Nach Ansicht der Klägerin sind ihre damaligen Finanzberater an diesem Umstand schuld. Für die Beteiligung hatte Schickedanz damals ein Darlehen mittelbar von Sal. Oppenheim bekommen.

Madeleine Schickedanz wollte das Geld in sicheren Anlagen wissen, die Bank hatte jedoch riskante Anlagen ausgesucht. Allein für diesen Umstand fordert die Tochter des einstigen Quelle-Gründers 1,3 Milliarden Euro Schadenersatz. Zudem will Schickedanz vor Gericht erreichen, dass die Sicherheiten, die sie für das Darlehen in Höhe von 600 Millionen Euro gab, nicht angetastet werden können.

Streitwert beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro

Der Gesamtstreitwert beläuft sich somit auf 1,9 Milliarden Euro. Die Beschuldigten weisen indes alle Vorwürfe von sich. Seit dem Jahr 2010 gehört die einstige Privatbank zur Deutschen Bank. Nachdem dem Bankhaus mehrere Fehlspekulationen und Verluste in Milliardenhöhe entstanden waren, wurde sie letztlich von der Deutschen Bank übernommen.

Ehemalige Bankmanager von Sal. Oppenheim müssen sich Strafprozess stellen

Diese Tatsache könnte letztlich Schickedanz vor Gericht einen Sieg bescheren. Andererseits gibt es fünf Personen, die von Schickedanz ihrerseits 300 Millionen Euro verlangen. Die Widerkläger haben nach Angaben eines Gerichtssprechers persönlich für die Quelle-Erbin gebürgt und mussten zwischenzeitlich ihre Bürgschaften einlösen. Dieses Geld soll Schickedanz nunmehr an sie zurückzahlen.

Neben der eigentlichen Zivilklage der Quelle-Erbin gibt es zudem noch einen Strafprozess gegen die früheren Bankmanager von Sal. Oppenheim. Dieser beginnt in Kürze. Den Managern wird vorgeworfen, durch Immobiliengeschäfte der Bank einen zweistelligen Millionenschaden beigebracht zu haben. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe derweil zurück. Von den einst 2200 Beschäftigten der ehemaligen Privatbank Sal. Oppenheim sind nur noch 900 im Dienste der Deutschen Bank. Die nunmehr angeklagten Bankmanager verließen das Bankhaus kurz vor dem Verkauf an die Deutschen Bank.



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