Gesundheit

Rauchstopp gut für die Seele

Wer mit dem Rauchen aufhört, tut nicht nur seinem Körper, sondern auch seiner Seele etwas Gutes.

Britische Wissenschaftler der Birmingham University haben herausgefunden, dass  Rauchentwöhnung ähnlich wirkt wie Antidepressiva.

Rauchen ist teuer, verfärbt die Zähne und kann Lungenkrebs verursachen. Wem das nicht reicht und wer noch eine weitere Motivation braucht, um mit dem Rauchen aufzuhören soll diese bekommen.

Eine brandaktuelle Studie aus England kam zu dem Schluss, dass der Verzicht auf Zigaretten sich positiv auf die Psyche auswirkt. Das Forscherteam der University of Birmingham durchforstete medizinische Datenbanken zum Thema Rauchstopp und Einfluss auf die Psyche und fasste die Ergebnisse von 26 Studien in einer aussagekräftigen Metaanalyse zusammen.

Positivere Lebenseinstellung durch Rauchstopp

Während sich die ausgewählten Studien in der Beurteilung des psychischen Zustandes durch Rauchstopp unterscheiden, kommen sie, wie die Metaanalyse zeigt, im Endeffekt zu ein und dem selben Ergebnis: Bei Teilnehmern, die mit dem Rauchen aufhörten, verbesserte sich der psychische Zustand signifikant. Sie waren weniger depressiv, ängstlich oder gestresst und hatten eine positivere Sicht auf die Dinge als Vergleichspersonen, deren Rauchverzicht scheiterte.

Auswirkung auf Therapie psychisch kranker Patienten

Dies gilt für psychisch Kranke genauso wie Menschen ohne psychische Probleme, erklärt Studienleitern Gemma Taylor im “British Medical Journal”. Prof. Dr. med. Falk Kiefer, Suchtforscher Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim,  sagt gegenüber Spiegel online, dass die Ergebnisse der Metaanalyse „erhebliche Auswirkungen auf die Therapie psychisch Kranker haben“ wird.

Gerade in der Therapie von psychisch Kranken sind Ärzte und Therapeuten bis dato sehr zurückhaltend beim Thema Rauchentwöhnung. Mann wolle die Patienten nicht zusätzlichem Stress aussetzen. Die aktuellen Studienergebnisse geben Anlass die bisherige Praxis zu überdenken.

Tabak beeinflusst Wirkung von Psychopharmaka

Neben dem positiven Stimmungswechsel durch Nikotinentwöhnung, gibt es laut Kiefer einen weiteren Grund, der für die Rauchentwöhnung bei psychisch Kranken spricht. Der Konsum von Tabak aktiviert eine Reihe inaktivierender Enzyme, die die Wirkung von Psychopharmaka mindern bzw. hemmen können, so der Mediziner.

Rauchen löst die Probleme, die es selbst geschaffen hat

Die genannte Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Rauchstopp und der psychischen Gesundheit besteht. Wie es genau zu diesem Effekt kommt ist noch nicht gänzlich geklärt und muss weitergehend untersucht werden. Eine mögliche Erklärung liefert Prof. Dr. Kiefert: „Rauchen löst die Probleme, die es zuvor selbst geschaffen hat“.

Ammenmärchen: Zigarette hebt die Stimmung

Viele Menschen rauchen, um Ängsten und Missstimmungen entgegenzuwirken und bilden sich ein, die Zigarette helfe und sei entspannungsfördernd. Pures Ammenmärchen, denn Nervosität und negative Stimmungen gehören zu den typischen Nikotinentzugserscheinungen und werden oft erst durch eine Zigarettenpause ausgelöst. „Aus diesem Grund geht es einem nach Abschluss der Entzugssymptome seelisch besser als während des Konsums“, glaubt Kiefer.

Rauchstopp vergleichbar mit Antidepressiva

Die aktuellen Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass der psychische Effekt durch Rauchentwöhnung ähnlich stark ist wie bei Einnahme von Psychopharmaka. Dies ist bisher nur bei Menschen mit leichten Verstimmungen untersucht wurden. Wie bedeutend der Einfluss bei stark Depressiven ist, muss zukünftig noch geklärt werden.



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