Wissenschaft

Raumfahrt: ISS und Cygnus kommen nicht zusammen

Die Internationale Raumstation ISS und der private Raumtransporter “Cygnus“ kommen nicht zusammen. Ursprünglich sollte “Cygnus“ Dienstag an die ISS andocken. Nun muss der Raumtransporter auf seinem Jungfernflug bis zum Andockmanöver warten. Ursprünglich war das Andockmanöver für Dienstag geplant. Nun wurde es nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA zunächst auf kommenden Samstag verschoben. Am morgigen Mittwoch wird eine neue ISS-Mannschaft an Bord erwartet.

Die Raumkapsel „Cygnus“ wird vom Unternehmen Orbital Sciences betrieben und startete am vergangenen Mittwoch vom US-Bundesstaat Virginia. Das Andockmanöver konnte jedoch nicht planmäßig durchgeführt werden, weil die Software des privaten Raumtransporters nicht kompatibel mit der der ISS ist. Dabei sah es zunächst gut aus. Am Sonntag näherten sich die ISS und “Cygnus“ bis auf 30 Kilometer an.

Ab dieser Entfernung kommunizieren sowohl die Internationale Raumstation als auch der private Raumtransporter miteinander. Der Raumtransporter erhält dabei GPS-Daten, mit deren Hilfe er seine Position im Verhältnis zu der der ISS stets überprüfen kann. Völlig überraschend konnte der private Raumtransporter die empfangenen Daten jedoch nicht auswerten.

Neue Besatzung für Mittwoch auf der ISS erwartet

Die ISS benutzt das 13-Bit-Format, der Raumtransporter “Cygnus“ hingegen verwendet das veraltete 10-Bit-Format. Nun soll nach Angaben von Orbital Sciences ein Update für die Kompatibilität sorgen. Die NASA will nun zunächst die Ankunft dreier neuer Astronauten am Mittwoch abwarten. Die russische Sojus-Kapsel soll dabei am Mittwoch bereits an der Internationalen Raumstation andocken. Der private Raumtransporter transportiert neben Nahrungsmitteln auch Kleidung und weitere Frachtgüter für die Besatzung der Internationalen Raumstation. Der Raumtransporter soll insgesamt rund 30 Tage im Weltraum bleiben. Bis zum Jahr 2016 plant das Unternehmen Orbital Sciences gemäß der vertraglichen Vereinbarung mit der NASA insgesamt acht Mission zur ISS. Insgesamt sollen dabei Frachtgüter mit einem Gesamtgewicht von 20 Tonnen transportiert werden.

Dragon und Cygnus im Wettstreit

Neben “Cygnus“ von Orbital Sciences arbeitet die NASA auch noch mit dem privaten Unternehmen Space X zusammen. Die Transport-Kapsel des Unternehmens Space X hat gegenüber der Konkurrenz den Vorteil, dass diese auch wieder zur Erde zurückkehren kann, während “Cygnus“ beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Im Jahr 2012 entsandte Space X als erstes privates Unternehmen seinen Raumtransporter “Dragon“ in den erdnahen Orbit. Mittlerweile absolvierte “Dragon“ drei Flüge zur Internationalen Raumstation. Bis zum Jahr 2016 sollen zwölf weitere Missionen folgen. Während zahlreiche private Unternehmen den Transport von Fracht in den Weltraum übernehmen, ist die NASA bis zur Entwicklung eines neuen Raumtransportersystems für bemannte Missionen auf die Hilfe der Russen und ihre Technologie angewiesen. Bis es ein eigenes US-Raumfahrtsystem für die Zukunft gibt, werden die Astronauten mit den bewährten Sojus-Kapseln in den Weltraum starten.



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