Finanzen & Recht

Rechtsschutz gegen Online-Abmahnungen

Massenabmahnungen für sogenannte Online-Delikte sind für viele Rechtsanwaltskanzleien scheinbar ein lohnendes Geschäft.

Seitdem es vermehrt zu zahlreichen Abmahnungen wegen des Streamens von Videoinhalten im Internet gegeben hat, wissen die Internetnutzer nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen.

In vielen Fällen werden sie nämlich unrechtmäßig abgemahnt. Der Fall ‚Redtube‘ wäre hier zum Beispiel zu nennen.

Versicherungen bieten ‚Online-Rechtsschutz‘ an

Dieses Problem hat auch die Versicherungsunternehmen wach gerüttelt, die die Angst der Inernetuser ebenfalls geschäftstüchtig nutzen wollen.

Plötzlich werden neue Versicherungstarife wie der ‚Online-Rechtsschutz‘ oder ‚Internet-Versicherungen‘ angeboten.

Sind die neuen Versicherungen sinnvoll?

Der ‚Online-Rechtsschutz‘ kann bei den meisten Versicherungen gegen wenige Euro zusätzlich, zu einer bereits bestehenden Versicherung, hinzu gebucht werden.

Die Verbraucherzentrale warnt vor ‚Internet-Versicherungen‘

Laut Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sollte man bei der Auswahl eines ‚Online-Rechtsschutzes‘ besondere Vorsicht walten lassen.

Bei rechtlichen Problemen, die durch die Nutzung des Internets entstanden sind, würden nicht alle Versicherungen ihre Versprechen einhalten. Oftmals würden die Kunden mit ihrem Problem alleine gelassen.

Herkömmlicher Rechtsschutz reicht aus

Bevor man eine Versicherung bucht, die vor Online-Delikten schützt, sollte man laut der Verbraucherschützerin zuvor überlegen, ob dies wirklich sinnvoll ist. In den meisten Fällen würde es ausreichen, wenn man eine Rechtsschutzversicherung besitzt.

Bei Waren, die im Internet bestellt wurden, zählen Leistungen wie der Käuferschutz bei den meisten Anbietern zum Service.

Rechtsschutzversicherung mit Identitäts-Schutz im Internet

Im Januar 2014 hat das Versicherungsunternehmen DEVK ein neues Produkt in ihr Portfolio aufgenommen. Dieses wurde als die ‚erste Rechtschutzversicherung mit Identitäts-Schutz im Internet‘ beworben.

Viele Kunden freuen sich über derartige Angebote. Laut einer Statistik haben immer mehr Menschen in Deutschland mit Identitätsmissbrauch zu kämpfen.

Die DEVK erklärte, dass viele Menschen, nach der missbräuchlichen Nutzung personenbezogener Daten, nicht wüssten, was sie tun sollten. In Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen möchte der Versicherer laut eigenen Aussagen ‚Schutz für Ihre Identität und kompetente Unterstützung im Notfall‘ bieten.

Online-Monitoring überwacht persönliche Daten

Mit Hilfe eines Online-Monitorings soll die Verbreitung persönlicher Daten stets überwacht werden. Es wird also überprüft, ob personenbezogene Daten, die Bankverbindungen oder die E-Mail-Adressen missbraucht werden.

Schwer kalkulierbare Risiken sind vom Rechtsschutz ausgeschlossen

Die DEVK weist in ihren Rechtsschutz AGB darauf hin, dass ein preiswerter Rechtschutz für die meisten Rechtsfälle des täglichen Lebens angeboten wird. Hiervon seien ‚seltene oder schwer kalkulierbare Risiken‘ ausgeschlossen.

Mit der Rechtsschutzversicherung seien demzufolge unter anderem auch die ‚Verletzung des Urheberrechts oder sonstige Rechte aus geistigem Eigentum‘ nicht abgesichert, da diese als Sonderfall betrachtet werden. Daher können sie nicht Vertragsbestandteil sein.

Bei der ARAG wird auf der Webseite darauf hingewiesen, dass eine anwaltliche Beratung bei Abmahnung wegen irrtümlichen Downloads oder angeblichem Verstoß gegen Urheberrechte, übernommen würde. Die ADVOCARD übernimmt die Kosten für nicht versicherte und versicherbare Angelegenheit in Höhe von bis zu 1000 Euro im Jahr für eine ‚vorsorgliche Beratung‘.

Die Versicherungen werden den Bedürfnissen der Internetnutzer nicht gerecht

Wer als Nutzer versehentlich gegen das Urheberrecht verstoßen hat, kann nicht unbedingt mit finanzieller Hilfe durch die Rechtsschutzversicherung rechnen.

Laut Michael Sittig von der Stiftung Warentest, würden die Versicherungsangebote den Bedürfnissen der Internetnutzer, die betroffen sind, nicht gerecht.

Eine Rechtsschutzversicherung ist dennoch hilfreich

Weiter heißt es, dass ‚Online-Delikte‘ vor mehreren Gerichten verhandelt werden könnten. In diesem Fall sind die dadurch entstehenden Kosten für Privatpersonen nicht überschaubar.

Eine Rechtsschutzversicherung sei in diesem Fall unter Umständen eine echte Hilfe, heißt es weiter.



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