Konjunktur

Rekordüberschuss Krankenkassen- was machen mit dem Geld?

Der Rekordüberschuss der gesetzlichen Krankenkassen löst eine kontroverse Debatte darüber aus, was mit dem Geld zu machen sei. Während die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen sich vehement gegen eine mögliche Rückerstattung wehren, fordern Politiker durch alle Parteien hinweg die Rückerstattung an Versicherte. Im Jahre 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen eine Rücklage von 9,9 Milliarden Euro bilden können, ferner weist der so genannte Gesundheitsfonds  Liquiditätsreserven von weiteren 9,5 Milliarden Euro auf, damit wären rein rechnerisch 19,5 Milliarden Euro verfügbar.

Krankenkassen verweisen auf die Zukunft

Die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen verweisen auf die zukünftige Kostenentwicklung im Gesundheitssektor, demnach würden die Kosten in Zukunft eher steigen. Daher sei es sinnvoller die nun erwirtschafteten Überschüsse bei den Krankenkassen zu belassen.Der Vorsitzende der größten einzelnen gesetzlichen Krankenkasse Barmer-GEK, Christoph Straub sagte: “ Was hilft es uns und den Versicherten, heute eine verhältnismäßig geringe Prämie auszuschütten und morgen wieder mehr Geld einzufordern, weil die Leistungsausgaben steigen?“ Das die finanzielle Lage der Krankenkassen auch anders aussehen kann, weiß man spätestens seit 2003, als der Schuldenstand der Kassen 8,3 Milliarden Euro betrug.

Bericht des Gesundheitsministerium

Der Bericht des Bundesgesundheitsministeriums über die „GKV-Finanzentwicklung in 2011“ berichtet über Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen von insgesamt 179,6 Milliarden Euro, dem stehen Einnahmen von 183,6 Milliarden Euro gegenüber. Die Ausgaben stiegen im Vergleich zu 2010 um 3,9 Milliarden Euro, was das Ministerium als moderate Kostensteigerung bezeichnete. Die Krankenkassen haben dabei ihrerseits die Verwaltungskosten auf 9,37 Milliarden Euro senken können, 2010 lagen diese bei 9,48 Milliarden Euro. Die höchsten Überschüsse konnten die Allgemeinen Ortskrankenkassen und die Ersatzkassen erzielen. Auch das Bundesgesundheitsministerium fordert in dem Bericht, dass die Krankenkassen die Finanzreserven, die nicht zur Risikoabsicherung benötigt werden, an die Versicherten zurückerstatten, nicht zu Unrecht würden schon sieben Krankenkassen dies aktuell tun. Der Gesundheitsfond würde über Reserven von 5,3 Milliarden Euro verfügen, maßgeblich dazu beigetragen habe die erfreuliche konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Auch das Arzneimittel-Sparpaket, welches die Anhebung des Pharmarabattes beinhaltet, entlastete die Krankenkassen monatlich um 100 Millionen Euro. Doch diese Regelung ist bis Ende 2013 befristet, im Januar 2012 sind die Arzneimittelausgaben um 5,5 % gestiegen.

Ausblick auf 2012

Nach Meinung des Bundesgesundheitsministeriums stehen die gesetzlichen Krankenkassen auf einer soliden Finanzierungsgrundlage, auch im Zuge der so genannten Staatsschuldenkrise stehen die Krankenkassen derzeit gut da. Auch mögliche konjunkturelle Entwicklungen sollten keine Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Krankenkassen haben. Dennoch müssten die Krankenkassen weiterhin ihre Kosten senken und einer Haushaltsdisziplin folgen, so die Forderung aus dem Ministerium. Stellt sich die Frage, ob die gesetzlichen Krankenkassen  den Rekordüberschuss auch an die Versicherten weiter reichen werden.



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