Wirtschaft

Renditen für Lebensversicherungen sinken drastisch

Die Lebensversicherer können kaum noch die versprochenen Renditen erwirtschaften.

Dies hat zur Folge, dass der Garantiezins voraussichtlich stark sinken wird.

Der Garantiezins könnte künftig auf etwa ein Prozent fallen.

Damit werden Lebensversicherungen und Rentenversicherungen zur privaten Altersvorsorge zunehmend uninteressanter.

Zinsen für Lebensversicherungen sinken weiter

Der Garantiezins für Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen ist in den letzten Jahren bereits von vier Prozent auf 1,75 Prozent gesunken. Nun könnte die garantierte Verzinsung, die die deutschen Lebensversicherer ihren Versicherten derzeit bieten, nochmals sinken. Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Garantiezins auf 1,25 Prozent fällt.

Versicherte, die heute eine private Lebens- oder Rentenversicherung abschließen, können derzeit noch mit einer Rendite von 1,75 Prozent rechnen. Die Lebensversicherer denken aufgrund der schlechten Marktlage, niedriger Zinsen und schlechterer Anlagemöglichkeiten über eine Senkung des Garantiezinses nach.

Garantiezins sinkt weiter

Voraussichtlich gilt dies lediglich für Neukunden. Bestandskunden profitieren dementsprechend weiterhin von höheren Zinsen. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), arbeitet daran, dass dieses Vorhaben schnellstmöglich umgesetzt werden kann. Experten sind sich sicher, dass bereits ab 2015 nur noch ein Garantiezins in Höhe von 1,25 Prozent angeboten wird.

Debatte um Anpassung des Garantiezins

Über die Senkung des Garantiezinses wird aktuell eine heftige Debatte geführt. Jedes Jahr im Herbst rechnet ein Arbeitskreis durch, unter welchen Voraussetzungen die Lebensversicherer ihren Kunden Zinsen in welcher Höhe anbieten können.

Noch wurde kein Beschluss gefasst. Derzeit wird darüber gesprochen, ob es ausreicht, Neukunden einen niedrigen Garantiezins anzubieten, um die Lebensversicherer entlasten zu können.

Beliebteste Private Altersvorsorge in Gefahr

Lebensversicherungen gelten in Deutschland als wichtigste und weitverbreitetste Möglichkeit zur Altersvorsorge. Nicht zuletzt aus diesem Grund können die Lebensversicherer erst ab dem 1. Januar 2015 auf eine Entlastung durch den Gesetzgeber hoffen. Zunächst sind die Versicherungen dazu gezwungen, ihre Tarife neu zu berechnen und neue Tarifmodelle auszuarbeiten.

Das Gremium setzt sich aus den Vorständen der wichtigsten deutschen Versicherer zusammen. Hierzu zählen unter anderem Markus Faulhaber, der Allianz-Leben-Chef sowie der DAV-Präsident Rainer Fürhaupter.

Absenkung des Garantiezins von den Gesellschaften gefordert

Nicht jeder befürwortet die Absenkung des Garantiezinses auf Lebensversicherungen. Die Allianz Leben möchte auch Neukunden in Zukunft einen Zins in Höhe von 1,75 Prozent anbieten können. Die meisten anderen Versicherungsunternehmen wünschen eine schnellstmögliche Senkung des Garantiezinses.

Den meisten Versicherungen fällt es zunehmend schwerer, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Die Allianz Leben hingegen verfügt über eine stärkere Bilanz. Dadurch bietet sich dem Versicherer die Option in Anlagen zu investieren, die höhere Renditen erwirtschaften.

Allianz Leben und andere Versicherer beschreiten neue Wege

Viele Gesellschaften trennen sich von ihren Garantiemodellen und möchten Tarife ohne eine Garantieverzinsung anbieten. Hierunter wäre zum Beispiel von der Allianz die Produktreihe ‚Perspektive‘ zu nennen.

Voraussichtlich wird die Zinssenkung in Kürze kommen. Seit fast zweieinhalb Jahren liegt die Umsatzrendite unter dem versprochenen Garantiezins. Derzeit liegt sie bei 1,6 Prozent, statt bei 1,75 Prozent. Bei den Versicherern ist aktuell eine maximale Grenze von 1,757 Prozent möglich. Auch wenn die Zinsen stark ansteigen würden, wird der Garantiezins unter die 1,75 Prozent-Marke sinken, sind sich Experten einig.

Die Aktuare schlagen Alarm

Bereits 2012 hatten die Aktuare davor gewarnt, dass es den Versicherern zunehmend schwerer fällt, den versprochenen Garantiezins zu erwirtschaften und somit für die Kunden aufrechtzuerhalten. Zudem gäbe es künftig höhere Auflagen für die Kapitalanlagen der Versicherer. Die Senkung blieb damals dennoch aus. Heute geraten auch die Sparkassen und Volksbanken in Probleme aufgrund der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt.

Ein Grund dafür war, dass sich die LV-Policen mit einer niedrigeren Zinsgarantie noch schlechter verkaufen lassen. Die Neukunden entscheiden sich für andere Möglichkeiten für die private Altersvorsorge und nehmen durch den sinkenden Zinssatz Abstand von den verschiedenen Modellen für die Lebensversicherungen. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, die Versicherer zu entlasten, wünscht sich aber gleichzeitig ein Entgegenkommen von den Versicherern.

Durch die Senkung des Garantiezinses könnten die Versicherungsunternehmen entlastet werden. Gleichzeitig würde dies jedoch auch bedeuten, dass die Lebensversicherungen, insbesondere bei Neukunden, kaum noch Anklang finden dürften.



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