Gesellschaft

Rente mit 67: Ein Ammenmärchen der besonderen Art

Die schrittweise Anhebung der Rente auf 67 Jahre soll das Mittel der Wahl gegen die zunehmende Vergreisung der Gesellschaft sein. Längeres Arbeiten soll die Wirtschaft und vor allem das Rentensystem stabil und finanzierbar halten. Nun bestätigt eine Studie, dass nahezu jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland in Frührente geht.

Rund 113 Euro Rentenabschlag

Die Hinnahme von Renteneinkünften wird dabei offensichtlich einkalkuliert. Durchschnittlich fallen bei den Frührentnern die Bezüge um rund 113 Euro monatlich geringer aus, als bei den regulären Rentnern. Da jedoch die derzeitige Rentnergeneration im Vergleich zu zukünftigen Rentnergenerationen sich den Luxus der Frührente noch leisten kann, werden die Abschläge gerne hingenommen. Der Studie zufolge gehen Rentner durchschnittlich drei Jahre und zwei Monate eher in Rente als ursprünglich vom Rentenversicherungsträger angedacht war. Nach der neuesten Lesart bedeutet die Rente mit 67 nichts anderes als ein System von Altersarmut. Denn viele der Frührentner gehen vorzeitig in den Ruhestand, weil die an die Arbeitnehmer gestellten körperlichen und psychischen Anforderungen für die eigene Gesundheit der Betroffenen nicht zuträglich sind. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Frührentner noch 14,5 Prozent, im Jahr 2005 bereits 41,2 Prozent. Auch dies ist ein Indikator für die gesteigerten Ansprüche und den Wandel der Arbeitswelt. Wer es in Zukunft gesundheitlich nicht schafft bis 67 zu arbeiten, wird der Altersarmut anheimfallen, so die etwas andere Lesart der nun vorgestellten Studie. Wer es gesundheitlich nicht schafft bis 65 zu arbeiten, dem kann die Arbeit bis 67 nur als Rentenkürzungsprogramm für zukünftige Rentnergenerationen vorkommen. Andere würden die Rente mit 67 auch als Ammenmärchen bezeichnen.



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