Finanzen & Recht

Steuererklärung für Rentner soll einfacher werden

Die alljährliche Steuererklärung ist für so manch einen ein Graus, andere überlassen das Ausfüllen der Formulare lieber gleich dem Steuerberater.

Nahezu von Jahr zu Jahr ändern sich Merkmale der Steuerformulare oder die Art, wie Daten eingetragen werden müssen.

Ein Chaos an Daten und Zahlen, in das man sich jedes Jahr von Neuem einfinden muss. Das könnte sich zunächst nun aber für Rentner und Pensionäre ändern. 

Steuererklärung: Vereinfachung für Rentner und Pensionäre

Leichter könnte das Ausfüllen der Steuererklärung nun allerdings für Rentner und Pensionäre werden, so berichtet die Wirtschaftswoche.

Der Plan scheint demnach zu sein, ab dem Jahr 2015 vorausgefüllte Steuererklärungen an Rentner und Pensionäre zu verschicken, womit diese nur noch einen minimalen Aufwand betreiben müssten. Ein Ausfüllen dieser Formulare sei mittels Computer für das Finanzamt ohnehin ein Leichtes. Wie die Wirtschaftswoche erläutert, liegen der Behörde Daten zu Einkommen und Sozialversicherungen sowieso vor, weshalb diese ohne Weiteres auch elektronisch übertragen werden können.

Dadurch soll die Steuererklärung für Rentner und Pensionäre künftig mit wenigen Klicks abgeschlossen sein.

Personalmangel beim Finanzamt

Grund für diese Vereinfachung ist es wohl aber nicht unbedingt, die Steuererklärung den Rentnern und Pensionären zu erleichtern, sondern liegt auch mit darin begründet, dass beim Finanzamt akuter Personalmangel herrscht.

Durch eine elektronische Übertragung der bereits vorhandenen Daten aus Einkommen, Bezügen und Sozialversicherungsleistungen sollen die Beamten der Finanzbehörde entlastet werden.

Vorausgefüllte Formulare für die Bürger

Aber nicht nur Rentner und Pensionäre sollen künftig von vorausgefüllten Steuererklärungsformularen profitieren. Schon ab 2014 gibt es ein ähnliches Unterfangen für jeden Steuerzahler: vorausgefüllte Steuerformulare, die via elektronischer Steuersoftware Elster mittels weniger Klicks die Steuererklärung an das Finanzamt leiten soll.

Hier müssen Steuerzahler nur noch ihre persönlichen Daten und Bankverbindung sowie Daten zu Lohnsteuer, Sozialversicherungen und Bezügen eintragen, alles weitere wird nahezu automatisch abgewickelt.

Der Focus kritisiert hierbei, dass die kostenlose Software aktuell nicht auf Eintragungen hinweist, die dem Steuerzahler Ersparnisse einbringen können, wie zum Beispiel Kinderbetreuung oder Angaben zur Pendlerpauschale. Trotz der Tatsache, dass dem Finanzamt viele Daten über ein jeden Steuerzahler vorliegen, weiß die Behörde nicht um alle Ausgaben, die möglicherweise zu einer Ersparnis bei der Steuererklärung führen könnten.

SPD für vereinfachte Steuererklärung

Ab 2017 soll die vereinfachte Steuererklärung für jeden Bürger greifen, wie sie es für die Rentner und Pensionäre tut. So jedenfalls, wenn es nach der SPD geht.

Die Steuerformularen sollen künftig innerhalb weniger Sekunden online ausgefüllt werden, dann hätte es sich auch schon mit der alljährlichen Steuererklärung. Die SPD plant laut Wirtschaftswoche zudem, dass nur noch stichprobenartig geprüft wird, die Strafen dann jedoch steigen, wenn an der Steuererklärung herumgepfuscht wird.

Mehr Transparenz für Steuerzahler

Reiner Holznagel, Präsident des Bund der Steuerzahler (BdSt), kritisiert das Vorhaben der Wirtschaftswoche gegenüber. Die Steuerzahler sollten zunächst mehr Transparenz erfahren. Schließlich wüssten viele gar nicht, welche Daten dem Finanzamt überhaupt vorliegen.  Falsche Daten zu korrigieren sei aufwändig. Hier müsse Holznagel zufolge sichergestellt werden, dass ein Bürger nicht nur einem Computer überlassen wird. Dem Steuerzahler dürfe nicht eine zusätzliche Prüfpflicht auferlegt werden.

Holznagel kritisiert ferner, dass man sich künftig nicht ausschließlich auf die elektronische Form stützen dürfe. Man müsse die Steuererklärung per Papier weiterhin akzeptieren, damit auch Rentner und Pensionäre, die mit dem elektronischen Verfahren nicht zurechtkommen, weiterhin selbst ihre Steuererklärung machen könnten.



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